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Papst Franziskus am Petersplatz
Papst Franziskus am Petersplatz - Foto: AP/Andrew Medichini
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Foto: Reuters/STEFANO RELLANDINI
Foto: APA/ETTORE FERRARI

Letztes Update am 31.03.2013, 11:26

Papst Franziskus hielt Osteransprache für den Frieden. Vor zehntausenden Gläubigen und Touristen zelebrierte das neue Kirchenoberhaupt seine erste Ostermesse - jenseits des Protokolls.

Es ist das erste Osterfest für Papst Franziskus in Rom. Dabei hat er das Protokoll außer Acht gelassen und eine Ansprache gehalten über die Probleme weltweit - die Ostergrüße nach dem traditionellen Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) in 60 verschiedenen Sprachen hat er dabei ausgelassen. Er appellierte stattdessen für die Beendigung der kriegerischen Kampfhandlungen auf der Welt, unter anderem sprach er die Situation in Syrien, im Nahen Osten, im Irak und in Mali an.

Ansprache gegen Krieg, Profitgier und Egoismus

Papst Franziskus hat in seiner ersten Osterbotschaft als katholisches Kirchenoberhaupt Gewalt, Egoismus und Profitgier verurteilt und zu Frieden in den Krisengebieten der Welt, vor allem im Nahen Osten, in Afrika und auf der koreanischen Halbinsel, aufgerufen. In seiner Osterbotschaft vor 250.000 Gläubigen forderte er Israelis und Palästinenser zur Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen auf. Der Papst äußerte die Hoffnung, dass sie "mutig und bereitwillig" zu einem Ende des Konflikts gelangen würden.

Das Kirchenoberhaupt forderte zudem ein Ende der Gewalt im Irak und eine politische Lösung für die belastete Bevölkerung in Syrien. "Wie viel Blut ist in Syrien vergossen worden! Und wie viele Leiden müssen noch auferlegt werden, ehe es gelingt, eine politische Lösung der Krise zu finden?", fragte der Heilige Vater. Der Papst erklärte, er bete auch für Frieden in Afrika, unter anderem für Nigeria, in dem "Anschläge das Leben vieler Unschuldiger" bedrohten. Auch Mali und den Kongo sprach Franziskus an.

Der Pontifex äußerte die Hoffnung, dass die Osterbotschaft Frieden auf der ganzen Welt bringe, die "immer noch von der Gier nach schnellem Profit geteilt ist". Die Welt sei verwundet vom Egoismus, der das menschliche Leben und die Familie bedrohe. Der Papst verurteilte den Menschenhandel, die in diesem 21. Jahrhundert "die am weitesten verbreitete Sklaverei" sei, sowie den Rauschgifthandel und die "ungerechte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen". "Der auferstandene Jesus bringe Trost den Opfern der Naturkatastrophen und mache uns zu verantwortungsbewussten Hütern der Schöpfung!", fügte er hinzu.

In seiner Osterbotschaft verwies der Papst besonders auf die Liebe Gottes, die stärker als das Böse und als der Tod sei. Diese Liebe könne das Leben umwandeln und einer Zukunft der Hoffnung öffnen. Ostern sei der Übergang "von der Sklaverei der Sünde zur Freiheit des Guten". Dies müsse im Alltag erfolgen.

Frühlingswetter in Rom

Faithful crows St. Peter's Square as Pope Francis …
Foto: AP/Gregorio Borgia
Vor 250.000 Gläubigen und Touristen hatte die Ostermesse Sonntagvormittag auf dem Petersplatz in Rom begonnen. Bei wechselhaftem Frühlingswetter zeigte sich der Himmel über dem Vatikan an diesem höchsten katholischen Feiertag bedeckt. Franziskus zelebrierte die Messe in einem schlichten weißen Gewand.

Osterlicht entzündet

In der Nacht hatte Franziskus im Dom die Osterwache gefeiert. Dabei wurde in der Vorhalle der Kirche das Osterlicht entzündet und in den Petersdom gebracht. Der Papst taufte vier Erwachsene.


Der päpstliche Segen

"Urbi et Orbi"

Der Segen wird zu feierlichen Anlässen etwa am Ostersonntag, am Christtag oder nach einer Papstwahl erteilt.

Der apostolische Segen "Urbi et Orbi" gehört zu den bekanntesten Riten der römisch-katholischen Kirche. Die imperiale Formel "der Stadt und dem Erdkreis" geht auf die alten Römer zurück. Das antike Reichsbewusstsein setzte die Stadt Rom (urbs) mit dem Erdkreis (orbis) gleich. Die Kirche fügte sie erstmals im 13. Jahrhundert in das offizielle Ritual ein.

Heute wird der Segen zu feierlichen Anlässen am Ostersonntag, am Christtag oder nach einer Papstwahl erteilt. Er muss vom Papst als Bischof von Rom und als Oberhaupt der Weltkirche gespendet werden. Mit päpstlicher Erlaubnis können auch Kardinäle, Bischöfe oder Priester den Segen erteilen.

Die Zeremonie auf dem Petersplatz ist für alle Gläubigen mit einem Sündenablass verbunden. Die Grußbotschaft wurde bis jetzt in mehr als 60 Sprachen gesprochen - Papst Franziskus hat auf diesen Teil aber verzichtet. Tausende strömen alljährlich auf den Petersplatz, Millionen verfolgen das Geschehen weltweit über Radio, Fernsehen oder Internet.

 

 

(apa/mn) Erstellt am 31.03.2013, 11:26

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