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KURIER Romy 2014

Letztes Update am 14.11.2012, 07:16

Italien: Tausende flüchten vor der Flut. Heftige Unwetter sorgen in der Toskana und in Umbrien für Chaos. Vier Menschen sind bereits ums Leben gekommen.

Schwere Unwetter sorgen in Italien seit Tagen für Überschwemmungen und Chaos. In der Toskana sind bereits vier Menschen ums Leben gekommen. Drei Arbeiter des Stromkonzerns Enel starben beim Einsturz einer Brücke nahe der toskanischen Stadt Grosseto. Ebenfalls im Süden der Toskana starb am Montag ein 73-jähriger Mann, als er in Capalbio in seinem Wagen von den Fluten mitgerissen wurde. Eine Frau wurde lebensgefährlich verletzt.

Tausende Menschen mussten vor den Flutwellen flüchten. Mehrere Bewohner der Ortschaft Albinia retteten sich auf die Dächer ihrer Häuser, nachdem das Wasser die Ortschaft überschwemmt hatte. Wegen der Unwetter wurde die Autobahn A1 zwischen den Städten Orte und Chiusi gesperrt. Der Präsident der Region Toskana, Enrico Rossi, forderte den Einsatz von Soldaten zur Räumung der Straßen.

Regen zieht Richtung Süden

In Orvieto wurden wegen der Niederschläge die Schulen geschlossen. Ganze Familien mussten in der Provinz Perugia ihre Wohnungen verlassen, nachdem der Fluss Nestore über die Ufer getreten war. In Cortona bei Arezzo wurden acht Familien nach einem Erdrutsch in Sicherheit gebracht.

Die schweren Regenfälle verlagern sich nun in den Süden. In der historischen Stadt Orte in der Region Latium, etwa 80 Kilometer nördlich von Rom, wurden bereits Häuser und Fabriken überschwemmt, berichtet Reuters. In Rom droht der Tiber über die Ufer zu laufen (siehe Bilder).

Geologen: "Italien ist Umweltkatastrophen ausgeliefert"

In Venedig ging unterdessen das Hochwasser zurück. Für Dienstag sagten die Experten noch einen Pegelstand von 90 Zentimeter über dem Normalwert voraus. Am Sonntag hatte das "Acqua alta" 1,50 Meter über dem Normalwert erreicht und die höchste Alarmstufe ausgelöst. Für Mittwoch wurden 85 Zentimeter über normal erwartet, der Pegelstand dürfte bis Ende der Woche weiter sinken.

Der Verband der italienischen Geologen warnten vor katastrophalen Überschwemmungen und Erdrutschen als Folge der wilden Zementierung im Land. "Italien ist ein vom hydrogeologischen Stadtpunkt betrachtet sehr schwaches Land und daher Umweltkatastrophen ausgeliefert. Ein schweres Gewitter genügt, um das ganze System in Gefahr zu bringen", sagte ein Sprecher des Verbands.
 

(APA/jt) Erstellt am 14.11.2012, 07:16


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