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KURIER Romy 2014
Foto: Reuters/SIPHIWE SIBEKO
Foto: AP/Themba Hadebe

Letztes Update am 21.02.2013, 08:59

Pistorius und Steenkamp: Zeuge berichtet von Streitereien. Das Gericht entscheidet über eine Freilassung auf Kaution. Das Drama um den Paralympics-Star sorgt seit Tagen für Aufsehen.

Das Magistratsgericht in Pretoria  entscheidet über eine mögliche Freilassung des wegen Mordes angeklagten Oscar Pistorius. Dabei hat die Anklage der Darstellung des tatverdächtigen Sprintstars widersprochen, er habe seine Freundin aus Versehen erschossen: Wie die südafrikanische Staatsanwaltschaft am Mittwoch vor Gericht in Pretoria erklärte, hörte ein Zeuge in der Tatnacht einen heftigen Streit zwischen dem 26-Jährigen und dem Fotomodell Steenkamp, danach seien Schüsse gefallen.

Zuerst Schreie, danach Schüsse

Staatsanwalt Gerrie Nel erklärte, ein Zeuge habe zwischen 2.00 und 3.00 Uhr das Paar gehört, wie es sich "ohne Unterbrechung" stritt. Der Ermittler Hilton Botha sagte vor dem Gericht in Pretoria aus, der ungenannte Zeuge habe Schüsse gehört. Daraufhin sei er auf seinen Balkon getreten und habe gesehen, dass bei Pistorius im Haus Licht gebrannt habe. "Dann hörte er eine Frau zwei- oder dreimal schreien, dann weitere Schüsse."


Oscar Pistorius, Reeva Steenkamp
Foto: AP/Lucky Nxumalo

Laut Anklage war Steenkamp zum Zeitpunkt ihres Todes bekleidet. Der Angeklagte habe "aus einer Entfernung von anderthalb Metern vorsätzlich in Richtung der Toilette geschossen", sagte Nel. Dem Ermittler Botha zufolge wusste Pistorius, dass seine Freundin im Badezimmer war.

Pistorius hatte am Vortag in einer eidesstattlichen Erklärung beteuert, er habe seine Freundin am Valentinstag versehentlich in seinem Haus erschossen, weil er sie für einen Einbrecher gehalten habe. Der Abend sei gut verlaufen, das Paar sei nach 22.00 Uhr eingeschlafen, hatte Pistorius angegeben.

Testosteron und Spritzen

Die Polizei fand im Haus von Pistorius zudem Testosteron und Spritzen, wie Botha erklärte. Das Sexualhormon steht auf der Liste der Substanzen, die vom Internationalen Olympischen Komitee verboten sind. Dagegen erklärte ein Verteidiger von Pistorius, Testosteron sei ein "pflanzliches Heilmittel", das Pistorius nehmen dürfe und genommen habe.

Botha kündigte ferner an, dass die Anklage um den Punkt des illegalen Besitzes von Munition erweitert werde. Bei Pistorius sei Munition für das Revolverkaliber .38 gefunden worden, für die der Sportler aber keine Lizenz habe.

Pistorius widerspricht

Der Paralympics-Star selbst hat den Mord an seiner Freundin bestritten. "Ich widerspreche den Anschuldigungen aufs Schärfste." Nichts sei von der Wahrheit weiter entfernt, den Anklagen fehle jede Substanz, betonte der 26-jährige Südafrikaner in einer Stellungnahme, die sein Anwalt am Dienstag vor dem Magistratsgericht in Pretoria vorlas. "Ich hatte nie die Absicht, meine Freundin zu töten."

Das Gericht in Pretoria will am Mittwoch über eine mögliche Freilassung von Pistorius auf Kaution entscheiden. Dies hatte die Staatsanwaltschaft zum Auftakt der zweitägigen Verhandlung am Dienstag bereits abgelehnt. Das Drama um den 26-Jährigen, der mit spektakulären Sprints auf Beinprothesen weltweit zum Star wurde, sorgt seit Tagen weltweit für Aufsehen.

Pistorius-Werbung eingestellt

Die französische Kosmetikfirma Clarins verzichtet ab sofort auf ihre Werbung mit Pistorius. Aus Rücksicht auf die "von dieser Tragödie betroffenen Familien" habe die Parfüm-Marke Thierry Mugler beschlossen, ihre Werbekampagnen mit Pistorius zurückzuziehen, erklärte Clarins am Mittwoch in Paris. Der südafrikanische Spitzensportler war seit 2011 das Markenzeichen des Thierry-Mugler-Parfums "A-Men".

Videoaufnahmen aus dem Gerichtssaal in Pretoria:


Bilder

Oscar Pistorius, der "Schnellste Mann ohne Beine"

(APA/la/ep) Erstellt am 20.02.2013, 07:06

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