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Papst Benedikt XVI. ließ erstmals nach über 100 Jahren wieder einen Fischerring schmieden.
Papst Benedikt XVI. ließ erstmals nach über 100 Jahren wieder einen Fischerring schmieden. - Foto: APA/Hans Klaus Techt

Letztes Update am 19.02.2013, 16:03

Fischerring: Schmied hofft auf Erhaltung. Der Ring wird traditionell mit dem Ende eines Pontifikats zerstört. Gerangel um neuen Schneider.

Der Schmied des Fischerrings von Papst Benedikt XVI. hofft, dass der Ring nicht zerstört wird. Traditionell endet mit dem Pontifikat auch die "Lebensdauer" des Ringes. "Ich hoffe, der Ring wird erhalten und ausgestellt", artikulierte Goldschmied Claudio Franchi seinen Wunsch gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Dieses Juwel hat so viel symbolischen Wert." Es stehe für die Amtszeit des scheidenden katholischen Kirchenoberhauptes, so Franchi.

Benedikt war der erste Papst seit dem 19. Jahrhundert, der sich wieder einen Fischerring anfertigen ließ. Sein Vorgänger Johannes Paul II. etwa trug nur einen einfachen Goldring mit einem Kreuz. Der Fischerring zeigt den Apostel Petrus, der ursprünglich ein Fischer war, wie er ein Netz ins Boot zieht. Er trägt zudem den Namen des aktuellen Papstes auf Lateinisch: "Benedictus XVI".


In den acht Jahren Amtszeit von Benedikt, der am 28. Februar zurücktreten will, küssten zahlreiche hohe Würdenträger, aber auch viele andere Gläubige den Ring. Traditionell diente er als Siegelring für päpstliche Dokumente. Nach dem Tod des Kirchenoberhauptes wurde er traditionell mit einem Hammer zerstört, zerkratzt oder eingeschmolzen, damit keine gefälschten Dokumente im Namen des Papstes erstellt werden können. Vatikansprecher Federico Lombardi hatte kürzlich gesagt, der Ring werde vermutlich in den Tagen nach dem Papst-Rücktritt zerstört.

Kleider machen Leute

Three Papal vestements are shown in a shop window
Annibale Gammarelli vor seinem Geschäft in Rom - Foto: Reuters/Alessandro Bianchi
Einen regelrechten Konkurrenz-Kampf gibt es dagegen um die Garderobe des zukünftigen Pontifex. Zwei "Schneidereien für Geistliche" sind in Rom um den prestigereichen Auftrag im Rennen: Die Familie Gammarelli, die seit 1793 die Purpurträger im Vatikan kleidet, und der jüngere Konkurrent Euroclero, der Josef Ratzinger schon als Kurienkardinal 20 Jahre mit Roben beliefert und dem Benedikt auch in seinen Jahren als Papst treu geblieben ist.

 Die Schneiderei, die den Auftrag aus dem Vatikan erhält, muss bis zum Beginn des Konklave drei komplette Papst-Roben anfertigen - in den Größen Small, Medium und Large. Da unklar ist, welche Statur der neue Pontifex haben wird, müssen verschiedene Gewänder genäht werden.

** FILE **  A traditional Cardinal's three-horned …
Euroclero versorgte Papst Benedikt XVI. - Foto: AP/PIER PAOLO CITO
Noch heute wird in Rom gerne die Geschichte von Johannes XXIII., dem "guten Papst", erzählt: Der füllige Italiener habe in seinem viel zu engen Gewand wie eine "Knackwurst" ausgesehen. Als er 1958 nach dem "Habemus papam" ("Wir haben einen Papst") auf die Loggia des Petersdomes trat, musste die Rückennaht aufgetrennt werden. Zu jeder Papstrobe gehören auch Hütchen, Umhang, Schärpe, Soutane, rote Schuhe und einiges mehr.

(apa/lm) Erstellt am 19.02.2013, 16:03

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