Letztes Update am 13.09.2012, 09:23
Die gefährdetsten Länder der Welt.
Der Weltrisikobericht listet auf, welche Länder am schlechtesten für eine Naturkatastrophe gerüstet sind. Am gefährlichsten lebt es sich auf einer Insel im Südpazifik.
Im Pazifik-Staat Vanuatu ist die Gefahr einer Naturkatastrophe einer neuen Untersuchung zufolge weltweit am größten. Zudem fehlt es in dem Land an notwendigen Sicherheitsvorkehrungen.
Bei der Berechnung des Risikowertes für 173 Staaten liegt die Insel mit 36 Prozent auf Platz eins. Dies geht aus dem Weltrisikobericht 2012 hervor, den die Universität der Vereinten Nationen in Bonn gemeinsam mit dem "Bündnis Entwicklung Hilft" und der Umweltschutzorganisation "The Nature Conservancy" erstellt hat.
Der Weltrisikoindex berechnet für 173 Länder weltweit das Risiko, Opfer einer Katastrophe als Folge eines Naturereignisses zu werden. Das Katastrophenrisiko wird bestimmt durch das Ausmaß der Naturgefahren und durch den Grad der Verwundbarkeit der jeweiligen Gesellschaft (Ernährung, Infrastruktur, etc.).
Globale Hotspots des Katastrophenrisikos sehen die Forscher in Ozeanien, in Südostasien, im südlichen Sahel und insbesondere in Mittelamerika und der Karibik. Grafik: Wo tun sich die Menschen mit der Krisenbewältigung besonders schwer?
Neben Vanuatu im Südpazifik zählen Tonga, die Philippinen, Guatemala und Bangladesch zu den fünf gefährdetsten Ländern dieser Erde. Im Bild: Überschwemmungen auf den Philippinen
Auf den Plätzen 6-10 folgen die Salomonen, Costa Rica, Kambodscha, Timor-Leste und El Salvador. Im Bild: Erdbeben-Gedenkstätte in El Salvador
In diesen Staaten trifft eine sehr hohe Gefährdung gegenüber Naturgefahren und Klimawandel auf sehr verwundbare Gesellschaften, erklärt Jörn Birkmann, der wissenschaftliche Leiter des WeltRisikoIndex-Projektes an der UN-Universität in Bonn.
Ein solcher Risiko-Hotspot ist zum Beispiel auch Haiti. Das schwere Erdbeben im Jahr 2010 kostete dort 220.000 Menschenleben.
In Neuseeland hingegen gab es bei einem Erdbeben vergleichbarer Intensität "nur" 187 Todesopfer zu beklagen.
Deutschland liegt im Index mit 3,27 Prozent auf Rang 146, Österreich mit 3,75 Prozent auf Platz 135. Das Gefahrenpotenzial hierzulande ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Grund dafür ist vor allem die Hochwassergefahr. Im Bild: Muren- und Hochwasserschäden im obersteirischen St. Lorenzen
Die Bilanz für die Dekade 2002 bis 2011 ist alarmierend, schreiben die Forscher: 4.130 Katastrophen, mehr als eine Million Tote und ein wirtschaftlicher Schaden von mindestens 1,195 Billionen US-Dollar stehen zu Buche.
Die Autoren der Studie warnen auch, dass Umweltzerstörungen zunehmend zu einer direkten Gefahr für die Menschen werden.
"Wo Hänge entwaldet sind, wo schützende Riffe, Mangroven und Feuchtgebiete degeneriert oder sogar komplett verschwunden sind, treffen Naturgewalten mit ungleich größerer Wucht auf die bewohnten Gebiete", erklärt Peter Mucke, Geschäftsführer des "Bündnis Entwicklung Hilft". Im Bild: Ölfilm auf einem Mangrovenfluss in Nigeria
Am sichersten können sich die Menschen übrigens in Barbados (im Bild), Malta und Katar fühlen - zumindest was das Katastrophenrisiko anbelangt.
(KURIER/jt)
Erstellt am 13.09.2012, 08:53