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Die US-Luftfahrtbehörde hat dem Dreamliner jetzt ein Flugverbot erteilt.
Die US-Luftfahrtbehörde hat dem Dreamliner jetzt ein Flugverbot erteilt. - Foto: Reuters/KYODO

Letztes Update am 17.01.2013, 07:57

EU und USA ziehen "Dreamliner" aus dem Verkehr. Boeings Flaggschiff muss am Boden bleiben: Nach einer Pannenserie ordnen Behörden einen Flugstopp an.

Nach der Pannenserie beim "Dreamliner" von Boeing hat die US-Luftfahrtbehörde FAA angeordnet, dass die in den Vereinigten Staaten registrierten Flieger vorläufig am Boden bleiben müssen. Betroffen von der am Mittwoch erteilten Verfügung ist United Airlines, die einzige US-Fluggesellschaft, die mit dem Dreamliner fliegt. Zu ihrer Flotte gehören sechs der Prestigemaschinen.

Auch die europäische Luftsicherheitsbehörde EASA ist kurz danach nachgezogen und untersagt vorerst alle Flüge mit dem pannenanfälligen Boeing-Langstreckenjet. Begründet wurde die Entscheidung mit dem jüngsten Vorfall in Japan vom Mittwoch, als ein Dreamliner wegen eines Batterieproblems notlanden musste. Die FAA wolle der Gefahr eines Brandes vorbeugen, hieß es weiter. Bevor die Flüge wieder aufgenommen werden könnten, müsse nachgewiesen werden, dass die Batterien "sicher" seien.

Auch Air India hat seine sechs "Dreamliner"-Maschinen des amerikanischen Herstellers Boeing aus dem Flugplan gestrichen. Air India-Chef Rohit Nandan sagte der Zeitung Times Of India am Donnerstag: Im Einklang mit der FAA-Anweisung habe Air India entschieden, die Maschinen vorerst für Überprüfungen aus dem Verkehr ziehen.

 

Verbot in Japan

Die beiden größten japanischen Airlines, JAL und ANA, hatten zuvor bereits ein vorläufiges Flugverbot für alle ihre Dreamliner verkündet. In jüngster Zeit hatte es mehrere Technikpannen bei dem Prestigeobjekt von Boeing gegeben. Wegen der Vorfälle leiteten die US-Luftfahrtbehörde FAA und die japanische Zivilschutzbehörde Untersuchungen ein, die nun noch einmal ausgeweitet wurden. Die Entwicklung des aus Leichtmaterial gebauten Dreamliners war als Meilenstein in der Luftfahrt gefeiert worden.

 

Grund dafür ist die Serie an Zwischenfällen der vergangenen Tage und Wochen: Am Montag der Vorwoche brach am Flughafen von Boston an Bord einer 787 ein Feuer in der Bordelektrik aus; Tags darauf musste eine 787 den Start wegen eines Treibstofflecks abbrechen. Am Mittwoch wurde zudem ein Flug wegen Bremsproblemen gestrichen, am Freitag blieb ein weiterer Flieger wegen einer gesprungenen Cockpit-Scheibe am Boden.

Problemkind Dreamliner

Schon geraume Zeit vor dieser Pannenserie hatte der Dreamliner mehrfach für technische Probleme gesorgt. Im Juli 2012 schickte ANA fünf ihrer neuen Boeing 787 Dreamliner wegen eines Korrosionsproblems an den Getrieben zur Reparatur. Im Februar meldete Boeing, bei rund 55 Dreamlinern könne es Probleme mit dem Rumpf geben.

"Ich denke, wir nähern uns dem Punkt, ab dem sie es als ernsthafte Krise betrachten müssen", zitiert Reuters Luftfahrtexperte Richard Aboulafia von der Beraterfirma Teal Group. Wenn Boeing nicht schnell reagiere, könnte die Maschine einen schlimmen Imageverlust erleiden. Bisher hat Boeing 50 "Dreamliner" ausgeliefert, die Hälfte davon ging nach Japan. Die Boeing-Aktie fiel nachbörslich um weitere zwei Prozent.

 


Infografik

Die wichtigsten Pannen im Vergleich

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(apa/afp) Erstellt am 17.01.2013, 07:57

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