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Letztes Update am 28.08.2012, 16:26

Wehrpflicht klärt den Frontverlauf für 2013. Die Volksbefragung ums Heer ist für Schwarz und Rot ein offenes Risikospiel.

Fünf Tage vor der Wiener Wahl 2010 wollte Michael Häupl bei Jungwählern noch fürs Finish punkten. Das proklamierte Nein zur Wehrpflicht brachte Häupl zwar noch einmal mediale Aufmerksamkeit. Die absolute Mehrheit konnte der mächtigste Mann der SPÖ damit nicht retten. Heeresminister Darabos machte damals am Absatz kehrt – und seither gegen die Wehrpflicht mobil. Bis dahin war sie für ihn "ihn Stein gemeißelt".

Der mächtigste Mann der ÖVP will nun mit einem Ja zur Wehrpflicht im Vorfeld der niederösterreichischen Landtagswahl Pluspunkte sammeln. Erwin Pröll hofft, damit ausreichend Rückenwind zu erzeugen, um im Frühjahr 2013 seine absolute Mehrheit gegen neue Herausforderer wie Stronach oder die Piraten zu verteidigen. Die Chancen, dass er den Probegalopp in NÖ klar "gewinnt", stehen für ihn sehr gut. Denn in Niederösterreich sind Rekruten als Katastrophenhelfer bei Hochwasser in bester Erinnerung. Österreichweit bleibt das Plebiszit ein Risikospiel. In den Umfragen liegen je nach politischer Großwetterlage abwechselnd Befürworter und Gegner der Wehrpflicht knapp vorne. Entscheidend wird sein, wem es besser gelingt, seine Anhänger in den trüben Jännertagen 2013 zur Wahlurne zu bringen. Innerhalb der ÖVP hielten sich daher bis zuletzt Befürworter und Gegner die Waage. Was den ÖVP-Chef bis zuletzt zaudern ließ: Obsiegen die Berufsheer-Fans, ginge Spindelegger als "Verlierer" in die Nationalratswahl im Herbst 2013. Erwin Pröll hat jetzt mit seinem Vorstoß Fakten geschaffen. Im seit Jahren nervenden Heeresstreit machen die Bürger den Schiedsrichter. Geht es nach dem Niederösterreicher, stehen Faymann & Darabos im Jänner 2013 als Verlierer da. Ein Jahr Dauerwahlkampf ist mit der Schlacht ums Heer ab sofort eröffnet.

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(kurier) Erstellt am 28.08.2012, 16:22

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