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KURIER
Foto: dapd

Letztes Update am 18.10.2012, 11:51

Transplantation: Mann erhält neues Gesicht. Richard Norris trägt ein fremdes Gesicht – seine OP war die umfangreichste jemals vollzogene Transplantation: "Endlich starrt niemand mehr."

Sieben Monate lebt Richard Norris bereits mit dem Gesicht eines anderen – und der US-Amerikaner ist damit mehr als glücklich: "Die vergangenen 15 Jahre habe wie versteckt wie ein Einsiedler hinter einer OP-Maske verbracht. Ich bin nachts einkaufen gegangen, wenn möglichst wenige Menschen unterwegs waren", sagt der US-Amerikaner laut einer Aussendung der University of Maryland, die die Transplantation durchgeführt hat. "Jetzt kann ich rausgehen - und niemand starrt mich an, ich muss keine Kommentare hören."

Norris wurde 1997 bei einem Zwischenfall mit einer Schusswaffe verletzt – sein gesamter Kiefer, seine Nase, seine Lippen wurden dabei komplett zerstört. In einer 36 Stunden dauernden Operation wurden vergangenen Frühling diese Gesichtsteile ersetzt, ebenso wie Zähne, Zunge und Gesichtsnerven.

Mittlerweile ist es ihm wieder möglich, zu lächeln und Emotionen zu zeigen. Seine motorischen Funktionen in der rechten Gesichtshälfte würden bereits zu 80 Prozent funktionieren, jene der linken zu 40, so seine Ärzte. Auch schmecken und riechen kann Norris jetzt wieder.

Hilfe für Kriegsopfer

ReutersRichard Norris is pictured on his prom day (L), pre-face transplant surgery (C) and post-face transplant surgery (R), in this combination of undated handout photos released by the University of Maryland Medical Center. Surgeons from the University
Norris vor und nach dem Unfall - und mit transplantiertem Gesicht. - Foto: Reuters

Die Erfolge, die das Ärzteteam mit Norris` Operation feiern konnte, sollen jetzt auch anderen Patienten zugutekommen. Die Operateure haben sich zehn Jahre lang darauf vorbereitet und diverse Methoden erforscht; diese Expertise will man auch in anderen Fällen anwenden. Vor allem Verwundeten aus den Kriegsgebieten im Irak und Aghanistan soll so wieder zu einem normalen Leben verholfen werden - schließlich wird das Forschungsprogramm auch vom Office of Naval Research im Verteidigungsministerium finanziert.

 

Norris selbst muss sich zwar noch diversen Therapien unterziehen, aber er macht große Fortschritte. "Es geht jeden Tag besser. Und mir geht es gut. Ich verbringe viel Zeit beim Fischen und Golfen."

(kurier/ep) Erstellt am 18.10.2012, 10:13

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