Letztes Update am 28.05.2012, 12:17
Neuer NASA-Kodex: Wem gehört der Mond?.
Weltraumtouristen bereiten der NASA Sorgen: Weil China und Indien Missionen planen, will die NASA den Umgang mit dem Erdtrabanten regeln.
Weltraumtouristen bereiten der NASA Sorgen: Weil Länder wie China oder Indien Mondmissionen planen, will die NASA den Umgang mit dem Erdtrabanten regeln. Das wirft die Frage auf: Wem gehört der Mond?
Im Laufe des 20. Jahrhunderts waren es die Sowjetunion und die USA, die sich einen Wettstreit um die Reise zum Erdtrabanten lieferten. Seit 1969 steht fest: Die US-Amerikaner haben das Rennen gewonnen – mit der Apollo-11-Mission.
Mittlerweile ist die Lage allerdings eine völlig andere. Der Mond hat lange keinen Besuch erhalten, die Hinterlassenschaften der NASA auf dem Mond hat lange niemand persönlich zu Gesicht bekommen. Dass sich dies nun ändern könnte, macht der NASA Sorgen.
Denn China und Indien planen bemannte Missionen zum Mond – 40 Jahre nach dem letzten Mal, als ein Mensch die Oberfläche des Erdtrabanten betreten hat.
Fahnen, Rover, Messinstrumente – und der berühmte Fußabdruck Buzz Aldrins, der gemeinsam mit Neil Armstrong die Apollo-11-Mission zum Mond führte: Diese Relikte sollen laut NASA unbedingt unangetastet bleiben. Deshalb hat die Raumfahrtorganisation jetzt ein dementsprechendes Regelwerk dazu verfasst, berichtet der Spiegel.
Ganze 93 Seiten umfasst das Papier, das den Umgang mit dem Mond regeln soll – schließlich geht es darum um Eigentum der US-Regierung.
Kernpunkt des Regelwerks ist eine Abstands-Vereinbarung: Zwei Kilometer Distanz müsse zu den Relikten gegeben sein, wenn man am Mond landen will...
... denn jeder geringere Abstand könnte die Gerätschaften, die auf dem Mond herumliegen, in Mitleidenschaft ziehen.
Aufgewirbelte Partikel würden auf das historische Material wie Sandstrahler wirken, so die Wissenschafter der NASA im Spiegel.
Unter besonderen Schutz wolle die NASA die Landestationen der Apollo 11 – also der berühmten ersten Mondlandung – und der Apollo 17, der letzten durchgeführten Mond-Fahrt im Jahr 1972, stellen.
Was heißt: Fahrzeuge dürfen sich den beiden Landestellen nicht nähern – 225 Meter Abstand gilt es etwa bei der Apollo-17-Station zu halten.
Generell verdeutlicht das von der NASA herausgegebene Papier allerdings, dass es – ähnlich wie in den 1960ern – wieder um einen Rennen um die Vorherrschaft am Mond kommen könnte.
Rechtlich ist die Lage recht eindeutig...
... denn auch wenn Neil Armstrong die amerikanische Flagge in die Mondoberfläche gerammt hat, ...
... heißt dies nicht, dass das Territorium auch zu den USA gehört.
Um solche Territorialansprüche zu vermeiden, wurde 1967 – also noch vor dem „kleinen Schritt für Armstrong" (links) ...
... der sogenannte Weltraumvertrag unterzeichnet.
Darin ist festgelegt, dass kein Staat sich den Weltraum aneignen dürfe.
Auch in puncto Bodenschätze sieht der Vertrag vor, dass man sich nichts aneignen dürfe. Ein Abbau ist jedoch erlaubt...
... allerdings nur zu Forschungszwecken.
(kurier)
Erstellt am 28.05.2012, 12:14