Letztes Update am 27.06.2012, 08:45
Maria und die Beben von Norditalien.
Nach dem schweren Erdbeben vor gut eine Woche bebte die Erde erneut in der norditalienischen Region Emillia Romagna.
Feuerwehrman Arturo Panzanini musste ganze Überzeugungsarbeit bei der alten Dame leisten.
Maria aus dem norditalienischen Dorf Finale Emilia dachte nicht daran, ihr Haus zu verlassen.
Auch dass es in der gefährdeten "roten Zone" steht, wollte die Frau nicht überzeugen.
Schließlich hatte sie das schwere Erdbeben vergangenen Sonntag (20.05.) in ihrem Haus überstanden und sie denke nicht daran jetzt auszuziehen.
Der Feuerwehrmann konnte Maria dann doch noch bewegen ihre Bleibe in der Gefahrenzone zu verlassen. Das war am Mittwoch.
Nur wenige Tage später - in der Nacht auf Samstag, den 26. Mai - wird das Dorf, die Region erneut von Nachbeben heimgesucht.
58 leichtere Nachbeben wurden gemeldet, berichtete der Zivilschutz.
Das Epizentrum lag in der Ortschaft Finale Emilia.
In der Nacht auf Sonntag, den 19. Mai erzitterte die Erde in der norditalienischen Region Emilia Romagna das erste Mal.
Um 04.04 Uhr gingen die Erschütterungen los. Epizentrum: die Gemeinde Finale Emilia nördlich von Bologna.
Die Stärke des Bebens wurde mit 5,9 angegeben.
Eine Stunde später gab es das erste Nachbeben – eines von über 100, die in den nächsten Stunden und Tagen folgen sollten.
Die Erschütterungen waren bis in die Toskana, im Veneto, in der Lombardei, in Trentino Südtirol und in der Friaul zu spüren.
In der Gegend um Innsbruck wurden "schwankende Bewegungen" gemeldet, wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) berichtete.
Bilanz der Beben: Mindestens sieben Menschen wurden getötet, über 50 verletzt.
Ein marokkanischer Migrant wurde in einer eingestürzten Halle in einem Industriegebiet in Bondeno westlich von Ferrara leblos aufgefunden.
Mindestens vier Arbeiter starben in den Trümmern ihrer Betriebe. Die Staatsanwaltschaft der Stadt Ferrara hat in diesem Fall inzwischen Untersuchungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.
(Bild: Trümmer der Keramifabrik in der Ortschaft Sant`Agostino)
Die Staatsanwälte wollen herausfinden, ob die Gebäude, in denen die Arbeitnehmer ums Leben gekommen sind, erdbebensicher gebaut waren.
Eine 37-jährige Deutsche, die sich aus beruflichen Gründen in Sant`Alberto di San Pietro in Casale in der Region von Bologna aufhielt, bekam Medienberichten zufolge nach dem Erdbeben Atemprobleme und starb.
Eine 86-Jährige erlitt einen Schlaganfall.
Die Zahl der Obdachlosen in der Region ist laut Zivilschutz mittlerweile auf 7.000 gestiegen.
Die meisten Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht. Hotels in der Stadt Modena stellen Zimmer für Obdachlose zur Verfügung.
Schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden auch Straßen und Gebäude.
In San Felice stürzte eine historische Kirche ein.
Von dem Turm stand nur noch die Hälfte.
Das Zifferblatt der Turmuhr war in der Mitte durchgerissen.
In Mirandola bei Modena mussten die Kranken des städtischen Spitals aus Sicherheitsgründen evakuiert werden.
(kurier)
Erstellt am 26.05.2012, 10:37