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KURIER
Kriegsverbrecher Charles Taylor wurde als erster afrikanischer Ex-Präsident von einem internationalen Gericht verurteilt. - Foto: dapd

Letztes Update am 26.04.2012, 15:21

Liberias "Warlord" Taylor ist schuldig. Charles Taylor ist das erste Staatsoberhaupt seit den Nürnberger Prozessen, das wegen Kriegsverbrechen verurteilt wird.

Es war eine Premiere: Erstmals wurde ein ehemaliges afrikanisches Staatsoberhaupt für seine brutalen Machenschaften vor einem internationalen Gericht zur Rechenschaft gezogen.

Charles Taylor wurde am Donnerstag in Den Haag der Mitwirkung an Kriegsverbrechen schuldig gesprochen. Nun wartet er auf das Ausmaß seiner Strafe. Ihm droht lebenslänglich.
Taylor, Ex-Diktator des westafrikanischen Staats Liberia, hatte die blutrünstige Rebellengruppe RUF im Nachbarland Sierra Leone mit Waffen für den Bürgerkrieg ausgestattet.

Er baute ein System der Gewalt mit auf, in dem Massenvergewaltigungen, Verstümmelungen und die Rekrutierung von Kindersoldaten an der Tagesordnung standen.

Beispiellose Gräueltaten

APAKarte Afrika, Diamantenvorkommen und Konflikte, die damit in Zusammenhang stehen, Factbox zu Liberias Ex-PrŠsident Charles TaylorGrafik 0523-12-Afrika.ai, Format 88 x 108 mm
Foto: APA

Die Überlieferungen seiner Gräueltaten sind beispiellos; einst soll er das Blut eines erschossenen Bauern getrunken haben, um unbesiegbar zu werden. Im Gegenzug für Waffen erhielt Taylor Blutdiamanten, die er an schöne Frauen wie das britische Top-Model Naomi Campbell verschenkte. Sie musste vor dem UN-Sondertribunal aussagen.

Noch heute sind die Spuren seines Regimes in beiden Ländern sichtbar: Viele der zahllosen Menschen, denen von Rebellen Gliedmaßen abgehackt wurden, erwarteten das Haager Urteil gespannt. Richter Richard Lussick urteilte am Donnerstag aber, Taylor sei nicht aller elf Anklagepunkte schuldig: Er habe die Rebellen nicht zur Gänze kontrolliert.

(kurier) Erstellt am 26.04.2012, 11:30

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