Letztes Update am 30.04.2012, 06:35
L.A. Riots jähren sich zum 20. Mal.
1992 wurde der schwarze Rodney King in L.A. von weißen Polizisten verprügelt - die Folgen: Unruhen mit 53 Toten und eine Mrd. Dollar Schaden.
Los Angeles, vor genau 20 Jahren: Vier weiße Polizisten prügeln bei einer Verkehrskontrolle auf einen offensichtlich wehrlosen Mann ein – er ist schwarz.
Rodney King trägt schwerste Verletzungen davon. Was seine Peiniger nicht wissen: Sie werden gefilmt.
Das Video eines Nachbarn wird auch bei der Verhandlung ein Jahr später gezeigt. Obwohl deutlich sichtbar ist, dass dem am Boden liegenden Mann Unrecht angetan wird, spricht die Jury die vier Angeklagten frei.
Der Urteilsspruch hat fatale Folgen: Die Entscheidung der Jury – mehrheitlich aus Weißen bestehend – führte zu den gravierendsten Rassenunruhen, die die USA jemals gesehen haben.
Tagelang gingen Afroamerikaner aus Wut auf die Straße, um gegen das Unrecht zu protestieren – die Situation artete aus, nahm bürgerkriegsähnliche Zustände an.
Auslöser dafür ist nicht nur das Urteil der Jury – auch die generelle Situation der schwarzen Bevölkerung in den USA trug einen Gutteil dazu bei.
53 Menschen verloren dabei ihr Leben, mehrere Tausend wurden verletzt. Der Sachschaden betrug geschätzt etwa eine Milliarde Dollar.
Rodney King – jener Mann, der damals auf der Straße lag und der bis heute unter den Verletzungen leidet – hat dies nun in einem Buch verarbeitet.
Zum 20. Jahrestag der Massenunruhen lässt er jenen Moment wieder aufleben, als die vier Exekutivbeamten ihn mit 56 Knüppelschlägen und Tritten peinigten.
King tourt mit seinem Buch – es trägt den Titel "The Riot Within: My Journey from Rebellion to Redemption" - durch amerikanische Talkshows und Buchmessen, um Werbung zu machen.
Der heute 47-Jährige bekam von der Stadt L.A insgesamt 3,8 Millionen Dollar Schadensersatz zugesprochen. Sein Gang und seine Sprechfähigkeit zeugen allerdings bis heute von den Schlägen. Von dem Geld kaufte King seiner Mutter ein Haus - und er investierte in die Gründung eines Hip-Hop-Plattenlabels, das jedoch bald pleite ging.
Die Unruhen selbst hatten allerdings auch andere Auswirkungen: Zwei der Polizisten aus dem King-Vorfall wurden in einem weiteren Verfahren schuldig gesprochen und zu je 30 Monaten Haft verurteilt...
... die beiden anderen blieben allerdings straffrei.
Bei der Urteilsverkündung wurden extreme Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um ein Wiederaufflammen der Unruhen zu vermeiden.
Noch heute sind die Spuren der sogenannten „L.A. Riots" zu sehen - noch immer klaffen große Lücken in jenen Blocks, wo 1992 mehr als 800 Gebäude niedergebrannt waren.
21 jener Todesfälle, die sich während der Ausschreitungen ereignet haben, sind zudem nach wie vor ungeklärt – und bei weiteren 24 wurden die Ermittlungen eingestellt oder nie aufgenommen.
(kurier)
Erstellt am 30.04.2012, 06:00