Letztes Update am 20.08.2012, 09:07
Eine antisemitische Karikatur im "Stürmer-Stil" wird zu einer Klage wegen „Verhetzung und Wiederbetätigung“ führen.
Sonntagnachmittag (um etwa 14 Uhr) bekamen die Betreiber der Facebook-Seite von FPÖ-Chef HC Strache wohl kalte Füße. Da wurde die "bearbeitete" Fassung eines Jahrzehnte alten US-Cartoons durch das Original aus den 1960ern ergänzt, nun von einem Strache-Posting begleitet, in dem er sich brüsk gegen "antisemitische Vorwürfe" verwahrt. Die Bearbeitung blieb freilich (darunter) weiterhin online.
Das Original (von VD alias Jude Potvin) zeigt quasi den Welt-Tisch, an dem die "Regierenden" (buckelnder Kellner) einem "Banker" (dicker, schwitzender Glatzkopf) Essen und Wein servieren, während das "Volk" (dürrer Gast in Lumpen) leer ausgeht.
"Wiederbetätigung"
- Foto: Screenshot Facebook
Die Bearbeitung – vom unbekannten Künstler (Strache postet, er habe nur einen bestehenden Cartoon verlinkt) – zeigt den Banker mit veränderter, krummer, deutlich als "jüdisch" kodierter Nase und mit neuen, durch Davidsterne verzierten, Manschettenknöpfen.
Der Wiener Anwalt Georg Zanger erkennt in der durch Screen-shots und Dutzende Twitter- Einträge belegten Karikatur-Bearbeitung "ganz klare anti-semitische, an den Stürmer- Stil der NS-Zeit angelehnte, Tendenzen" und wird die gerichtlich festzustellenden Betreiber der Seite wegen "Wiederbetätigung und Verhetzung" klagen.
Diskussion
Umstrittene Karikatur
Strache-Cartoon: Ermittlungen eingestellt
Keine Konsequenzen: Die Staatsanwaltschaft sieht Tatbestand der Verhetzung nicht erfüllt.
Strache-Cartoon
Deutsch: „Ein Freibrief für Antisemitismus“
Kritik an Staatsanwaltschaft, weil Ermittlungen wegen Verhetzung eingestellt wurden.