Kurz und Leitl rollen in Indien rot-weiß-roten Teppich aus

Arbeitsbesuch Serbien. Unterzeichnung des Memorand…
Foto: /Dragan TATIC Kurz und Leitl sollen in Indien als Türöffner fungieren

Eine große Wirtschaftsdelegation begleitet die Politiker in ihrer Mission als Türöffner.

Zuletzt waren sie gemeinsam bei EU-Beitrittswerber Serbien, in dieser Woche reisen Außenminister Sebastian Kurz und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl nach Indien.

Eine große Wirtschaftsdelegation von mehr als 50 Firmenvertretern begleitet die Politiker in ihrer Mission als Türöffner.

Indien gilt als neuer Hoffnungsmarkt in Asien, nachdem sich das Wachstumstempo in China deutlich abgeschwächt und Indien enormes Aufhol- und Entwicklungspotenzial hat. Mittlerweile ist Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt und hat stabile Wachstumsaussichten von rund sieben Prozent in den kommenden Jahren.

Beziehungspflege

Um die Wirtschaftsbeziehungen zu verbessern, wurde Indien als eines der ersten Länder in das neue Visum-Programm des Außenministeriums und der Wirtschaftskammer aufgenommen. Im Rahmen dieses sogenannten "Red White Red Carpet"- Programms kommen indische Geschäftsleute schneller und unbürokratischer zu einem Visum für Österreich – ihnen wird gewissermaßen der rot-weiß-rote Teppich ausgerollt.

Dies soll vor allem zur weiteren Verbesserung der Handelsbeziehungen führen. Derzeit liegt das bilaterale Handelsvolumen bei rund 1,2 Milliarden Euro – mit stark steigender Tendenz. Indien ist schon unter den 30 wichtigsten Exportländern für Österreich. Mehr als 500 heimische Unternehmen sind am indischen Markt vertreten, davon rund 130 mit Niederlassungen oder Repräsentanzen vor Ort.

"Die österreichische Wirtschaft ist stark exportorientiert. Deshalb muss sich Österreich gerade in schwierigen Zeiten Richtung neuer Märkte orientieren. Indien ist diesbezüglich für viele der neue Hoffnungsmarkt in Asien", sagte Kurz vor dem Start der Reise am Montagnachmittag.

"Weitere Türen öffnen"

Im Rahmen der Marktsondierungsreise wollen die beiden ÖVP-Männer Kurz und Leitl bei den verschiedenen Treffen mit indischen Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft "weitere Türen öffnen" und neue Möglichkeiten für die vielen bereits in Indien tätigen österreichschen Unternehmen schaffen, sagte Kurz.

Auf dem Programm steht am Dienstag ein indisch-österreichisches Wirtschaftsforum in Neu Delhi, später folgen Firmenbesuche in Bangalore und Mumbai.

Neben den Wirtschaftsterminen trifft Kurz auch hochrangige indische Politiker. Unter anderem ist ein Treffen zwischen Kurz und der indischen Außenministerin Sushma Swaraj am Dienstag geplant.

Thema dürfte dort unter anderem das seit 2007 geplante Freihandelsabkommen Indiens mit der EU sein. Ein Abschluss ist derzeit nicht absehbar, es spießt sich in den letzten Kapiteln. So will Indien einen leichteren Marktzugang in Europa für seine landwirtschaftlichen Produkte. Umgekehrt drängen die Europäer auf Erleichterungen für die Auto-Industrie oder Finanzdienstleister. Die Verschleppung des Handelsabkommens dürfte auch mit der immer stärken Orientierung Indiens in Richtung China zu tun haben.

Zwar ist die EU mit rund 75 Milliarden Euro noch immer Indiens wichtigster Handelspartner, doch China holt rasant auf. In den nächsten drei bis vier Jahren könnte das indische Import-/Export-Volumen mit China die Schwelle von 100 Milliarden Dollar erreichen.

Der Tourismus boomt

Besonders positiv auf die Beziehungen zu Österreich hat sich der Tourismus ausgewirkt. Rund 85.000 indische Gäste haben Österreich im Jahr 2014 besucht. Österreich wird für die kräftig wachsende indische Mittelschicht als Reiseziel immer beliebter. Dazu tragen die Direktflüge der Austrian Airlines, aber auch die knapp 70 in den vergangenen neun Jahren in Tirol gedrehten indischen Filme bei.

(kurier) Erstellt am
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