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Kurier Fotowettbewerb 2014
Unter Kanzler Bruno Kreisky hielten die Österreicher ihr Land weltpolitisch bedeutender als heute.
Unter Kanzler Bruno Kreisky hielten die Österreicher ihr Land weltpolitisch bedeutender als heute. - Foto: KURIER /Hubert Kluger

Letztes Update am 30.12.2012, 17:22

Immer weniger glauben an große Rolle Österreichs in der Welt. Und eine große Mehrheit schließt „Vereinigte Staaten von Europa“ bis 2020 aus.

Wie sehen die Österreicher die Zukunft bei Kernthemen? Und wie hat sich der Blick seit 1986, damals wurden die gleichen Fragen im Hinblick auf die Zukunft im Jahr 2000 gestellt, verändert?

„49 Prozent der Österreich glauben, dass sich Österreichs Rolle in der Welt nicht ändern wird – weil sie jetzt schon kaum von Gewicht ist. Und 39 Prozent sehen die Rolle weiter abnehmen. Das war 1986 noch anders, da war die außenpolitische Rolle der Kreisky-Ära noch spürbar“, erklärt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer.


Eurosklerose

Groß ist die Skepsis aber auch in Sachen EU: Zwei Drittel der Befragten schließen aus, dass es im Jahr 2020 die „Vereinigten Staaten von Europa“ geben wird. „1986 war die Skepsis zu Europa schon groß, aber mittlerweile haben die Österreicher aufgrund der andauernden Krise der EU eine starke Eurosklerose. Obwohl die europäische Einigung bereits weit fortgeschritten ist, gibt es quer durch alle Altersgruppen eine große Skepsis und Ablehnung“, sagt der Meinungsforscher. Geblieben sei aber die Hoffnung auf Frieden in Europa, nur jeder Fünfte bezweifelt, dass auch noch 2020 Frieden in Europa herrschen wird. „Obwohl die Menschen 1986 noch optimistischer waren, nur wenige Jahre vor Ausbruch des blutigen Krieges am Balkan. Heute glaubt vor allem die Generation 50+ weiter an ein friedliches Europa.“

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Foto: Kurier
Bemerkenswert ist für den Meinungsforscher, dass die Sorge vor Umweltkatastrophen viel kleiner geworden ist. Bachmayer: „1986 war das Jahr der Atomkatastrophe von Tschernobyl, präsent waren aber auch Themen wie das Waldsterben oder der saure Regen. Heute ist die Ökologie kein großes Thema mehr, der Erregungsgrad und die Sorgen haben sich deutlich verringert.“

Erschreckend ernüchtert seien die Österreicher dafür im Hinblick auf den Hunger in den Entwicklungsländern. „So zynisch das auch klingt: Die Skepsis ist noch größer geworden aufgrund des Wissens, dass sich eh nichts ändern wird.“

Und wer wird im Jahr 2020 die globale Supermacht sein? Besonders die Jungen tippen mehrheitlich auf fernöstliche Staaten wie China oder Indien, erklärt der Meinungsforscher. „Da spiegelt sich deutlich die Berichterstattung der letzten Jahre wider. Der Stellenwert der USA schwindet.“

(Kurier) Erstellt am 30.12.2012, 17:22


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