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Blick in das Plenum im Parlament in Wien.
Blick in das Plenum im Parlament in Wien. - Foto: APA/ROBERT JAEGER

Letztes Update am 29.12.2012, 15:44

Immer mehr Bürger glauben, dass Macht der Parteien schwindet. Lediglich der FPÖ wird bescheinigt, 2020 mehr Einfluss zu haben als heute – vor allem von Jungen.

Im Dezember 1986, vor 26 Jahren, wollten die Meinungsforscher von OGM im Auftrag des KURIER wissen, was sich die Österreicher von der Zukunft im Jahr 2000 erwarten. Und stellten die gleichen Fragen im Dezember 2012 mit Blick auf das Jahr 2020 – mit überraschenden Ergebnissen.

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OGM-Chef Bachmayer - Foto: jürg christandl

„1986 war ein turbulentes innenpolitisches Jahr“, erinnert sich OGM-Chef Wolfgang Bachmayer: „Waldheim-Affäre, Jörg Haider putscht in Innsbruck Norbert Steger als FP-Chef, und der neue SP-Chef Franz Vranitzky beendet sofort die Koalition mit den Freiheitlichen und lässt neu wählen.“

Damals sei die SPÖ noch im Aufwind gewesen, sie blieb mit 43,1 Prozent stimmenstärkste Partei (ÖVP: 41,3 Prozent). „Deshalb dachten die Menschen damals, dass die SPÖ auch im Jahr 2000 eine führende Rolle haben werde“, sagt Bachmayer. „Heute zeigt sich, dass sich die damaligen Großparteien halbiert haben, nur die Wähler im Alter von 50+ sehen die Roten weiter vorne. Dafür glauben vor allem die jungen Wähler unter 30 Jahren, dass die FPÖ 2020 eine viel größere Rolle spielen wird. Die Grünen liegen bei dieser Wählergruppe auf Platz 2.“ An eine bessere Zukunft der ÖVP glaubten damals wie heute rund 13 Prozent. Und zwei Prozent glauben heute, dass auch Frank Stronach im Jahr 2020 eine politisch aktive Rolle spielen wird. „Allerdings wäre der Parteichef dann 88 Jahre alt“, sagt der OGM-Chef.

Parteieneinfluss

Damals wie heute war die Frage des Einflusses der Parteien ein großes Thema. „Die Ergebnisse liegen im Vergleich nicht so weit auseinander“, erklärt Bachmayer. „Die Hoffnung und das Bedürfnis, dass der Einfluss schwindet, hat sogar ein wenig zugenommen.“ Als Gründe dafür sieht der Meinungsforscher die seit 1986 deutlich größere Macht der Medien: „Heute wird über Dinge berichtet, die früher sicher im Verborgenen geblieben sind.“

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Foto: Grafik: Eber

Dass immer mehr an einen schwindenden Einfluss der Politik glauben, habe aber auch mit dem Auftreten neuer Parteien zu tun, mit einer Wut- und Mutbürgerbewegung. Und mit den neuen Transparenzregeln: „Vor allem die Wählergruppe 50+ hat hier einen langjährigen Vergleich – und erlebte einen starken Wandel.“

Lesen Sie im zweiten Teil der Umfrage: Wie die Österreicher 1986 und 2012 über die EU, Umweltkatastrophen und Österreichs Rolle in der Welt dachten und denken.


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Umfrage

Welche politische Partei wird im Jahr 2020 die führende Rolle in Österreich spielen?

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Foto: Grafik: Eber

(KURIER) Erstellt am 29.12.2012, 15:44

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