Zur mobilen Ansicht wechseln »
KURIER
Eurofighter (Symbolbild).
Eurofighter (Symbolbild). - Foto: reuters

Letztes Update am 13.11.2012, 16:25

Eurofighter: Zog Banker nun die Reißleine?. Justiz – Nach Hausdurchsuchung gab mutmaßlicher Teilhaber einer Briefkastenfirma den Job auf.

Der Druck, so lässt sich vermuten, wurde Thomas E. zu groß. Wie die Oberösterreichischen Nachrichten am Dienstag meldeten, hat ein Mitarbeiter der Welser Oberbank am Montag seinen Dienst quittiert – überraschend, nach zehn weitgehend klaglosen Jahren. „Thomas E. wollte Schaden vom Unternehmen fernhalten“, sagt Oberbank-Sprecher Frank Helmkamp.

Der Schritt des Bankers ist insofern bemerkenswert, als er offenbar mit den Ermittlungen im Eurofighter-Verfahren zusammenhängt.
Wie berichtet haben die Staatsanwaltschaften Wien und München zuletzt an 13 Standorten Hausdurchsuchungen erledigt – so auch bei Thomas E.
Der Grund: Der Hersteller des Eurofighters, der EADS-Konzern, steht im Verdacht, im Zuge des Eurofighter-Deals mit Österreich Schmiergeld bezahlt zu haben. Vehikel soll ein komplexes Netzwerk aus Briefkastenfirmen gewesen sein, und eine dieser Briefkastenfirmen – die auf der Isle of Man domizilierte „Columbus Trades Services Ltd.“ – wird Thomas E. zugerechnet.


Aufgrund der Ermittlungen will der Grünen-Aufdecker Peter Pilz noch am Mittwoch einen Entschließungsantrag im Parlament einbringen, in dem er das Verteidigungsministerium dazu drängt, sich – gemeinsam mit der Finanzprokuratur – als Privatbeteiligter an den Strafverfahren anzuhängen – nur so könnten Ansprüche auf Schadenersatz (kolportierte Schmiergeldhöhe: 180 Millionen Euro) gewahrt werden.
Im Ministerium ist man zurückhaltend. „Derzeit gibt es Verdachtsmomente. Wir beobachten das mit großer
Aufmerksamkeit“, sagt ein Sprecher des Ministers. Um sich an einem Verfahren beteiligen zu können müsse es ein solches auch geben. „Derzeit wird ja nur ermittelt.“

(KURIER) Erstellt am 13.11.2012, 16:25


Diskussion

Kommentare aktualisieren
Bitte Javascript aktivieren!