Letztes Update am 07.05.2012, 08:11
Hollandes Wahlparty: Küsse zur Krönung.
Bilder: Der neue Präsident Frankreichs feiert gemeinsam mit Lebensgefährtin Trierweiler und Zehntausenden Anhängern.
Nicht nur von Lebensgefährtin Valérie Trierweiler wurde François Hollande in der Nacht auf Montag ...
... geküsst und gefeiert. Frankreichs künftiger Präsident zelebrierte seinen Erfolg über den konservativen Nicolas Sarkozy ...
... in Paris gemeinsam mit Zehntausenden seiner Anhänger. Der 57-jährige Wahlsieger erschien um kurz vor 1:00 Uhr zu einer riesigen Freiluft-Party auf dem geschichtsträchtigen Bastille-Platz.
Dort hatte 1789 die Französische Revolution ihren Anfang genommen.
"Ich weiß nicht, ob ihr mich hört. Aber ich höre Euch", rief Hollande der jubelnden Menge ...
... von einer Bühne mit heiserer Stimme zu. Er habe den Wunsch nach Veränderung vernommen und werde der Präsident der Jugend und Gerechtigkeit sein.
Gleichzeitig forderte der Sozialist seine Anhänger auf, sich auch für einen Sieg der Linken bei den Wahlen zur Nationalversammlung im Juni zu engagieren. Als Präsident brauche er in der ersten Kammer des Parlaments eine Mehrheit.
Hollande erinnerte zudem an den 10. Mai 1981. Damals vor 31 Jahren hatte die Linke am Bastille-Platz den Wahlsieg von Francois Mitterrand gefeiert.
Er war bis 1995 der erste und bisher einzige direkt gewählte sozialistische Präsident Frankreichs gewesen.
Valérie Trierweiler zeigte sich am Rande der Festes überwältigt von den Ereignissen des Tages. "Es wird einige Tage brauchen, bis ich verstanden habe, was passiert ist", sagte die 47-Jährige.
Wie sie die Rolle der First Lady ausfüllen wolle, habe sie noch nicht entschieden. "Ich brauche noch ein bisschen Zeit, um darüber nachzudenken", sagte sie.
Nach seiner Wahl zum Präsidenten Frankreichs will der Sozialist Francois Hollande sofort mit seinen Reformen loslegen.
Schon in den ersten Wochen soll an der Spitze des Staates einiges anders werden und die Ergänzung des EU-Fiskalpaktes vorangetrieben werden.
Im Sommer sollen wichtige Finanzreformen folgen. Insgesamt will er 35 konkrete Maßnahmen im ersten Jahr der Amtszeit umsetzen.
Direkt nach der Wahl soll als erste Maßnahme wie versprochen das Gehalt des Staatschefs und der Regierungsmitglieder um 30 Prozent reduziert werden. Zu diesen höchst symbolischen Veränderungen gehört auch eine "Charta" für ein ethisches Handeln der Regierungsmitglieder, ...
... nachdem unter dem konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy mehrfach der Vorwurf der Verschwendung und Bereicherung durch Kabinettsmitglieder aufgekommen war.
(kurier/jom)
Erstellt am 07.05.2012, 08:08