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KURIER Romy 2014
Sicherheitsaufgebot vor dem Eiffelturm. In Frankreich wurden die Hälfte aller europäischen Anschläge verübt.
Sicherheitsaufgebot vor dem Eiffelturm. In Frankreich wurden die Hälfte aller europäischen Anschläge verübt. - Foto: AP/Remy de la Mauviniere
In Frankreich wurden die Hälfte aller Anschläge verübt. Hier untersuchen Behörden eine Explosion vor der indonesischen Botschaft in Paris im März 2012.
In Frankreich wurden die Hälfte aller Anschläge verübt. Hier untersuchen Behörden eine Explosion vor der indonesischen Botschaft in Paris im März 2012. - Foto: APA/IAN LANGSDON

Letztes Update am 26.04.2013, 10:32

Immer mehr Terroranschläge in Europa. 219 Anschläge im Vorjahr: Europol warnt vor einem Anstieg des Terrorismus in der EU.

219. Soviele Terroranschläge wurden im Vorjahr in Europa verübt. Diese erschreckend hohe Zahl wurde am Donnerstag von der europäischen Polizeibehörde Europol veröffentlicht. Die Behörde warnt in einem abschließenden Bericht, dass terroristische Attacken in Europa erkennbar zunehmen. Tatsächlich wurden 2011 noch rund ein Fünftel weniger Anschläge verübt (174). Terroristische Aktivitäten gehen laut dem Europol-Terrorismusreport (TE-SAT) vor allem von separatistisch motivierten Einzeltätern und Gruppen aus. Lediglich sechs Attentate wurden von religiösen Extremisten verübt.

17 Menschen getötet

17 Menschen sind im Vorjahr bei Terroranschlägen ums Leben gekommen. Beim Bombenanschlag im bulgarischen Burgas und beim Amoklauf im französischen Toulouse starben insgesamt 14 Menschen. Weitere drei Zivilisten starben bei Anschlägen in Belgien, Nordirland und Frankreich.


Director of Europol Rob Wainwright outlines detail
Europol-Chef Rob Wainwright - Foto: Reuters/JERRY LAMPEN
Die hohe Zahl bekräftigt die Europäische Union und deren Polizeibehörde in Bemühungen um eine verschärfte Sicherheitspolitik.

"Der Kampf gegen den Terrorismus bleibt höchste Priorität für die EU", stellt Rob Wainwright, Direktor von Europol, klar.

 

Hälfte der Anschläge in Frankreich verübt

Frankreich sticht in der Statistik heraus: Rund die Hälfte aller Anschläge traf die Grande Nation, ein weiteres Viertel den Nachbarstaat Spanien. Das stärkt die Annahme, dass vor allem separatistische Bewegungen hinter einer Großzahl der Anschläge stehen. In Spanien und Frankreich operiert seit Jahrzehnten die ETA, welche sich für einen unabhängigen baskischen Staat einsetzt. Seit 1960 sollen über 800 Menschen von der ETA getötet worden sein. 2011 wurde die "bewaffnete Aktivität" offiziell beigelegt. Weiterhin aktiv sind kleine Splittergruppen - auch außerhalb des Baskenlandes. Diese haben 2012 bei Attentaten aber keine Menschen verletzt.

Auch Nordirland, wo ebenfalls separatistische Gruppierungen operieren, verzeichnet eine hohe Zahl an nationalistisch motivierten Terroranschlägen. 2012 wurden deshalb 66 Menschen in Nordirland festgenommen. Die kurdische PKK war laut Bericht 2012 hingegen für keine Anschläge in der EU verantwortlich.

Rekrutierung via Internet

Die Polizeibehörde bemerkte in dem Bericht außerdem eine sich verändernde Struktur des Terrorismus in Europa. Früher wären größere Netzwerke aktiv gewesen, nun sind vor allem kleinere Gruppen oder Einzeltäter involviert. Das Internet spielt eine große Rolle: In den vergangenen Jahren hat es sich in der Planung von Anschlägen zur wichtigsten Kommunikationsplattform entwickelt. Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter werden besonders zur Rekrutierung genutzt, berichtet Europol.

Auch die Haftstrafen wurden verglichen: Die Durchschnittstrafe in Österreich sind drei Jahre, in Spanien hingegen zehn. Griechenland vergibt im Schnitt bis zu 16 Jahre Haft.

Die Daten wurden Europol von den Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt und anschließend von der Behörde ausgewertet.


In Zahlen

Terrorismus in der EU

219 terroristischen Attacken wurden 2012 in den EU-Mitgliedstaaten verübt.

537 Menschen wurden im Zusammenhang mit Terrorismus verhaftet.

17 Menschen starben bei Anschlägen.

400 Menschen stehen im Zusammenhang mit Terrorismus vor Gericht.

28 ist mittlerweile das Durchschnittsalter: Damit werden die Attentäter immer jünger.


Video

Europol-Direktor erklärt Bericht

(KURIER/la) Erstellt am 26.04.2013, 10:32

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