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KURIER Romy 2014
Foto: APA/SEBASTIAN KAHNERT

Letztes Update am 29.10.2013, 16:39

Attacken gegenüber Juden nehmen zu. Neue Studie: 25 Prozent der befragten Juden fürchten sich, als Juden identifiziert zu werden

Unter Europas Juden geht die Angst um: Einer von vier europäischen Juden fürchtet sich davor, die Kippah zu tragen, die ihn als Juden identifizieren würde, in  Schweden sind es gar 50 Prozent. 90  Prozent der ungarischen Befragten sagen, dass der Antisemitismus in den vergangenen fünf Jahren zugenommen habe. In Frankreich, Belgien und Schweden sind 80 Prozent dieser Meinung. 22 Prozent der  Befragten geben an, „jüdische Orte oder Veranstaltungen“ aus Sicherheitsgründen zu meiden.

Diese Daten sind Teil einer Umfrage  der EU-Agentur für Grundrechte in neun Mitgliedsländern (Ungarn, Schweden, Frankreich, Belgien, Deutschland, Italien, Großbritannien, Rumänien, Lettland), die in israelischen Zeitungen und vom Jüdischen Medienforum  vorab veröffentlicht worden sind.  Die  gesamten Ergebnisse der  Studie werden am 8. November  in Wien präsentiert –  einen Tag vor dem 75. Jahrestag der November-Pogrome.


„Alarmierende Zahlen“

Österreich   wurde von der Grundrechte-Agentur nicht  untersucht.  Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch, weiß, dass auch hierzulande Attacken  gegenüber Juden zunehmen.  „Die Zahlen sind alarmierend. Antisemitismus und Ausländerhass steigen stark an“, sagt er zum KURIER. 2012 wurden der IKG doppelt so viele  Vorfälle  gemeldet als ein Jahr zuvor.  Deutsch ist besorgt und appelliert an   die Repräsentanten des Staates  und seiner Institutionen „stärker durchzugreifen“.  Es könne nicht sein, dass antisemitische Karikaturen im Internet  nicht geahndet werden.

Deutsch  spricht den Cartoon auf der Facebook-Seite von  FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache an.  Die Karikatur zeigt einen  dicken Banker, der  Manschettenknöpfe mit Davidstern trägt und von einem Regierungsbeamten angefüttert  wird. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Verhetzung wurden von der Staatsanwaltschaft Wien eingestellt. Das Justizministerium erklärte danach, die Karikatur erfülle den Tatbestand der Verhetzung nicht.

Der zunehmende Hass gegenüber Juden und die Angst vor Übergriffen veranlasst immer mehr Juden, europäische Heimatländer zu verlassen. In den vergangenen Jahren sind  25 Prozent der dänischen Juden weggezogen. Auch viele schwedische und französische Juden wandern derzeit  nach Israel oder in die USA aus. 

(KURIER) Erstellt am 29.10.2013, 16:39

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