Letztes Update am 02.08.2012, 15:01
Am Montag soll der Ex-Bawag-Chef auf der Anklagebank Platz nehmen. Aber das Gericht weiß nicht, wo er sich gerade aufhält.
Das bereits mehrmals prolongierte Katz- und Mausspiel zwischen der Justiz und Helmut Elsner geht weiter. Am kommenden Montag soll der 77-Jährige in der Neuauflage des Bawag-Prozesses endlich als Angeklagter erscheinen und dem Vorsitzenden Christian Böhm Rede und Antwort stehen. Der Richter weiß allerdings nicht, wo sich Elsner derzeit aufhält.
"Es gibt keine ladungsfähige Adresse", sagt Gerichtssprecherin Christina Salzborn zum KURIER. Man musste die Beschuldigtenladung für Elsner an seinen Verteidiger Stephan Mertens schicken, der mit einer Zustellvollmacht ausgestattet ist.
Seine Kur im Tiroler Parkhotel Igls hat der kranke Ex-Bawag-Chef inzwischen ebenso beendet wie die ambulante Behandlung seiner Tuberkulose in der nahen Lungenheilanstalt Natters.
Dorthin hatte Elsners während des Erholungsaufenthalts mehrmals gebracht werden müssen. Im Juni war Elsner noch in Begleitung seiner Frau in einem italienischen Restaurant auf dem Bozner Platz in Innsbruck bei Nudeln, Fleisch und Mineralwasser gesichtet worden, dann verliert sich allerdings seine Spur.
Fit genug
Der zu zehn Jahren Gefängnis verurteilte 77-Jährige ist bis auf Weiteres haftuntauglich, wie das Landesgericht Wien in einem Beschluss Anfang Juli festhielt. Allerdings bedeutet das nicht automatisch auch eine Verhandlungsunfähigkeit. Richter Böhm hält Elsner offenbar für fit genug, dem Prozess für einige Stunden folgen zu können.
Der neue Bawag-Prozess gegen den Spekulanten Wolfgang Flöttl und ehemalige Bawag-Vorstände nach teilweiser Aufhebung der Urteile durch den Obersten Gerichtshof wird nach der Sommerpause am Donnerstag noch ohne Elsner fortgesetzt.
Wenn er am Montag wieder nicht erscheinen sollte, droht ihm die polizeiliche Vorführung.
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