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KURIER
Foto: KURIER Grafik dpa

Letztes Update am 16.06.2012, 17:35

Die Hitze hält, der Sommer kommt. Am Donnerstag beginnt um 01:09 Uhr offiziell der Sommer – heiße Luft aus Afrika erreicht uns schon vorher.

Meteorologin Barbora Stuhl von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hat gute Nachrichten: "Wer es hochsommerlich heiß mag und gerne baden geht, kann sich auf die nächsten Tage freuen."

Die Prognosen versprechen vor allem für Montag und Dienstag in ganz Österreich trockenes, stabiles Hochdruckwetter. Die Folge sind Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad. Dafür sorgt eine Höhenströmung aus Südwesten. "Im Moment kommt noch warme Luft aus dem Mittelmeer zu uns. Nächste Woche erreicht uns dann die Hitze aus Nordafrika", erklärt Stuhl.

Ab Mittwoch könnte es im Norden und Westen zwar etwas unbeständiger werden – mit Gewittern im Bergland. Dennoch bleibt es sommerlich warm. Stuhl: "Temperaturen unter 20 Grad sind nicht zu erwarten." Im Osten und Süden hingegen darf man die ganze nächste Woche heißes und trockenes Wetter genießen.

Das wird vor allem die Veranstalter der zahlreichen Sonnwendfeuer freuen, mit denen in Österreich traditionell der Sommerbeginn gefeiert wird (siehe auch Berichte unten) . Im Bundesland Salzburg etwa flackern die Feuer in fast jeder Gemeinde. Besonders eindrucksvoll sind die Sonnwendfeuer auf den Bergketten der Leoganger Steinberge und dem Steinernen Meer. Außerdem treiben schwimmende Sonnwendlichter auf der Salzach flussabwärts.

Tanz für Götter

Früher glaubten die Menschen, dass in der Mittsommernacht die Götter auf die Erde kommen. Sie entzündeten Feuer, tanzten um die Flammen und beteten die Götter an.

Im Salzburger Gasteinertal betrachten die Menschen die Sommersonnenwende seit jeher als mystisches Ereignis. Feuer werden entzündet, sie sollen den Zauber verjagen, Glück für die Menschen und die bevorstehende Ernte bringen. Noch heute springen Liebespaare gemeinsam über das Feuer, um sich Glück und ewige Liebe zu sichern.

Vom Sonnenstand her gesehen stellt der 21. Juni eigentlich schon die Mitte des Sommers dar, "doch in den nördlichen Breiten stehen uns die richtig heißen Tage noch bevor", sagt die ATV-Wetter-Moderatorin Steffi Hofbauer. Diese Verzögerung liegt an der Isolierwirkung der Erdoberfläche, die auch dann noch die Kälte des Winters festhält, wenn die Sonnenwärme schon zugenommen hat. Besonders drastisch musste man das im Jahr 1948 in Salzburg erfahren, als am 21. Juni die Höchsttemperatur nur zwölf Grad betrug.

Interessant wird es für Meteorologen eine knappe Woche nach Sommerbeginn: Denn der Siebenschläfertag am 27. Juni ist ein wichtiges Indiz dafür, wie sich das Wetter entwickeln kann. Wenn sich rund um diesen Tag das Azorenhoch deutlich über Europa ausbreitet, wird der Sommer meist trocken und heiß.

Zum Schluss noch ein Trost für all jene, die unter der Hitze leiden: Ab Donnerstag werden die Tage zwar nicht kühler, aber kürzer.

Und bis Weihnachten sind es dann auch nur noch 26 Wochen und vier Tage.

Sonnenwende: Der längste Tag des Jahres

Höchststand Der 21. Juni ist auf der Nordhalbkugel der längste Tag des Jahres, die Sonne erreicht ihren mittäglichen Höchststand über dem Horizont. Allerdings gibt es regionale Unterschiede: So wird es etwa im niederösterreichischen Gmünd um 20 Minuten länger hell sein als in Klagenfurt. In Wien geht die Sonne an diesem Tag um 4.54 Uhr auf und um 20.59 Uhr unter.

Tradition Im alpinen Raum und in weiten Teilen Europas lodern zur Sommersonnenwende

Feuer Volkskundlern zufolge sind sie eines der wichtigsten Mittel des Brauchtums: Feuer und Rauch haben schützende und reinigende Bedeutung, die Flamme gilt als "Lebenslicht".

Feste In Altaussee (Stmk.) sind Berge und See beleuchtet, danach gibt’s ein Feuerwerk (www.ausseerland.at) . In St. Corona (NÖ) lädt man zum Riesen-Sonnwendfeuer mit Kinderspielefest und verlängertem Liftbetrieb (Tel.: 02641/23 83)

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(kurier) Erstellt am 16.06.2012, 17:29

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