Zur mobilen Ansicht wechseln »
KURIER

Letztes Update am 21.05.2012, 13:12

Dalai Lama: China kritisiert Österreich. Diplomatische Missstimmung um den Dalai-Lama-Besuch: Der Kontakt zu Spitzenpolitikern sei "nicht nützlich" für die Beziehungen zu China, heißt es.

Vor "jeglichen Beziehungen" österreichischer Politiker mit dem Dalai Lama hat der Botschafter der Volksrepublik China in Wien, Shi Mingde, am Montag im Ö1-Mittagsjournal des ORF gewarnt. Dies wäre "nicht nützlich für die guten Beziehungen" zu China. Österreich solle keinen "Spielraum bieten für die Abspaltungstendenzen des Dalai Lama", sagte der Diplomat.

Tibet sei Teil Chinas, es handle sich daher um eine Frage staatlicher Souveränität und territorialer Integrität. Umso mehr als der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, der nach der Niederschlagung des Volksaufstands gegen die chinesische Herrschaft 1959 nach Indien flüchten musste, nicht nur Anspruch auf das gegenwärtige Autonome Gebiet Tibet erhebe, sondern auf die gesamte tibetische Hochebene, die ein Viertel des chinesischen Territoriums ausmache. Das könne die chinesische Führung "nicht akzeptieren", zeigte sich Shi überzeugt. 1965 hatte Peking die "Autonome Region Tibet" errichtet, deren Fläche wesentlich kleiner ist als die des alten Tibet; große Teile wurden den chinesischen Provinzen Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan zugeschlagen.

Den Tibetern in China ginge es gut, auch wenn die Gruppe rund um den Dalai Lama "Lügen" über deren Lebensstandard in der Welt verbreiten wolle. Die durchschnittliche Lebenserwartung sei seit 1959 von 35 Jahren auf 67 Jahre gestiegen, sagte der chinesische Botschafter. Die immer wiederkehrenden Selbstverbrennungen tibetischer Mönche, würden sich auf einige wenige Klöster beschränken, sie seien bewusst "angezettelt" und inszeniert.

(apa/ep) Erstellt am 21.05.2012, 13:05

Stichworte:


Diskussion

Kommentare aktualisieren