Clinton bekommt künftig fürs Reden bezahlt

Hillary Rodham Clinton
Foto: AP 200.000 Dollar könnte Hillary künftig mit einer Rede verdienen.

Die ehemalige US-Außenministerin heuert bei der Harry-Walker-Agentur an.

Als US-Außenministerin verdiente Hillary Clinton nach Medienberichten knapp 200.000 Dollar (etwa 149.000 Euro) pro Jahr. So viel und noch mehr wird sie nach Medienberichten künftig locker in einer einzigen Stunde machen - als bezahlte Rednerin. Clinton, die im Jänner als Außenamtschefin in Washington ausgeschieden ist, hat jetzt exklusiv bei der New Yorker Harry-Walker-Agentur angeheuert, die Prominente für Auftritte vor Vereinigungen, Unternehmen oder auf Konferenzen vermittelt.

Vom US-Außenministerium ans Rednerpult: Hillary Clinton ist ab sofort bei der Agentur Harry Walker gelistet. Clinton kann fortan für "exklusive Redner-Aktivitäten" eingeladen werden. Doch das hat seinen Preis: Ersten Berichten zufolge werden bis zu 200.000 Dollar für eine Keynote-Rede der Ex-Ministerin bezahlt. Hillary spielt damit in einer Liga mit ihrem Mann Bill. Der ehemalige US-Präsident nimmt demnach ab 250.000 Dollar für eine seine Reden. Der erste Ex-Politiker der aus seiner vorherigen Tätigkeit durch Renderauftritte Kapital zu schlagen vermochte, war Ronald Reagen. Im Jahr 1989 zahlte das japanische Unternehmen Fujisankei eine Million Dollar für einen Auftritt des konservativen Politikers. Dass man nicht einmal gewählt worden sein muss, beweist Sarah Palin. Die oft nicht ganz sattelfeste Republikanerin casht noch immer bis 100.000 Dollar pro Rede. Auch Großbritanniens Ex-Premier Tony Blair nutzt seine Bekanntheit und sein Talent als Redner um Kasse zu machen. Ab 200.000 Euro aufwärts bewegt sich sein Honorar. Wie Hillary Clinton bei Harry Walker unter Vertrag - der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan. Sein Salär für eine Rede bewegt sich demnach ebenfalls im sechsstelligen Bereich. Nach 9/11 ein gefragter Mann am Rednerpult: New Yorks ehemaliger Bürgermeister Rudy Guiliani. Bis zu 270.000 Dollar pro Rede stellt er in Rechnung. Seit den Attacken von 2001 soll er so mehr als 10 Millionen verdient haben. Alan Greenspan, seines Zeichnes langjähriger Chef der US-Notenbank, verrechnet für seine Reden als Wirtschaftsexperte ebenfalls einen Betrag von knapp 250.000 Dollar. Der Vergleich aus Europa: Peer Steinbrück kassierte bis 20.000 Euro pro Rednerauftritt. Deutschlands Ex-Kanzler Gerhard Schröder nimmt als Redner sogar bis zu 75.000 Euro. Dass man kein Politiker sein muss um viel Geld mit Reden zu verdienen, beweist dagegen Multimilliardär Richard Branson. Für 100.000 Dollar könnte Sir Richard auch auf ihrem Event sprechen. Gagenkaiser ist indes Donald Trump. Der Investor verdiente mit seinen Reden auf Real Estate Wealth Expo bis zu 1,5 Millionen Dollar.

Ihr Ehemann wurde durch Reden reich

So listet die Firma etwa auch den deutschen Altbundeskanzler Gerhard Schröder als Redner auf, den kalifornischen Ex-Gouverneur und Schauspieler Arnold Schwarzenegger sowie Bill Clinton, den ehemalige US-Präsidenten und Hillarys Ehemann. Medienberichten zufolge ist Bill Clinton nach seinem Auszug aus dem Weißen Haus im Jänner 2001 durch Reden reich geworden: 89 Millionen Dollar (66,66 Mio. Euro) soll er allein bis Ende 2011 auf diese Weise verdient haben. Die Agentur selbst gab Hillarys Engagement als Rednerin auf ihrer Webseite bekannt.

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie - eines aber ist gewiss: Zu Hillary Clinton hat fast jeder eine Meinung.
  Die ehemalige Außenministeri spaltet die Gemüter, wo immer sie auftaucht und das dürfte auch in Zukunft der Fall sein. Nachdem Hillary Clinton Jahrzehnte lang Seite an Seite mit ihrem Mann für dessen Karriere gekämpft hat, begann die Juristin 2000 mit dem Senatswahlkampf, ihren eigenen politischen Traum zu verfolgen. Clinton war die erste Präsidentengattin der Geschichte der USA, die in den Kongress einzog. Nun könnte sie auch die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden. Hillary Rodham wurde am 26. Oktober 1947 als Tochter eines wohlhabenden Industriellen in Park Ridge bei Chicago geboren. Ihre politische Karriere begann sie im aus heutiger Sicht gegnerischen Lager, 1964 als Wahlkampfhelferin für den Republikaner Barry Goldwater. Rodham studierte Jus an der Yale-Universität, wo sie einem Mitstudenten aus Arkansas begegnete, Bill Clinton. 1975 heiratete das Paar. Nach der Hochzeit sorgte die äußerst erfolgreiche Anwältin zunächst allein für den Lebensunterhalt von Tochter Chelsea und Ehemann Bill, der in dieser Zeit seine politische Laufbahn plante. Als Clintons Karriere 1992 mit seiner Wahl zum Präsidenten den Höhepunkt erreichte, machte sich Hillary Clinton mit ihrem energischen Auftreten von Anfang an Feinde. Kritiker sprachen nach kurzer Zeit von der "Doppel-Präsidentschaft" des Ehepaars Clinton. Hillary Clinton machte es ihren Gegnern leicht, indem sie verkündete, sie werde nicht daheim bleiben und Kekse backen. Ein weiterer Stolperstein waren ihre Bemühungen um eine Gesundheitsreform in den USA, die später scheiterten - nicht zuletzt, weil Hillary Clinton nicht willens war, mit dem Establishment in Washington Kompromisse einzugehen.
  Ironischerweise war es ausgerechnet die Affäre des Präsidenten mit seiner Praktikantin Monica Lewinsky, die Clinton und ihrer würdevollen Haltung während der politischen Schlammschlacht Sympathien einbrachte. Obama hält große Stücke auf seine ehemalige Außenministerin  - und vielleicht auch die nächste Präsidentin der USA.

(APA) Erstellt am
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