Gorbatschow schreibt über Liebe zu Raissa

Der ehemalige Staatschef hat ein Buch über die Liebe zu seiner Ehefrau veröffentlicht.

Michail und Raissa Gorbatschow 1986 bei einem Staatsbesuch in Island. Gorbatschow bei der Vorstellung des Buches am Dienstag in Moskau. Michail und Raissa Gorbatschow 1999 in Paris. Gorbatschow bei der Beerdigung seiner Frau.

Der letzte sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow hat in einem neuen Buch die Liebesgeschichte mit seiner Ehefrau Raissa offengelegt. "Als Raissa noch lebte, sagte ich oft halb scherzend, halb ernst, dass sie Glück habe mit ihrem Ehemann - sie war anderer Meinung: dass ich Glück hätte mit meiner Frau", schreibt Gorbatschow in dem Buch, das er am Dienstag in Moskau vorstellte. Gorbatschow betonte stets, dass die Liebe zu seiner Frau die treibende Kraft in seinem Leben gewesen sei und er in tiefe Trauer verfiel, als sie 1999 an Leukämie starb.

"Ich dachte, ich verliere den Verstand"

Die Liebesgeschichte begann aber nicht reibungslos, wie der 81-Jährige schreibt. Er und Raissa lernten sich an der staatlichen Universität Moskau kennen, wo sie ihm zunächst nur wenig Aufmerksamkeit schenkte. "Ich dachte, ich verliere den Verstand. Ich wollte Raissa sehen und überall dort sein, wo sie war", schreibt der Ex-Staatschef. Raissa habe jedoch gerade erst eine schmerzliche Trennung hinter sich gehabt und habe nicht mit ihm ausgehen wollen. Er habe ihr dann ein Liebesgeständnis gemacht. Den ersten Kuss gab es in einem Moskauer Park, wo die beiden in einem See schwammen und plötzlich ein Gewitter aufzog.

Bereits damals habe Raissa sich von den anderen Studentinnen unterschieden, etwa durch ihre Liebe für schöne Kleidung. "Sie hatte eine natürliche aristokratische Ausstrahlung, sie war ein Mensch mit einem ausgeprägten Sinn für ihre eigene Geltung", schreibt Gorbatschow. Auch später, als er Präsident war, sei der Dialog mit seiner Frau nie abgebrochen. Ihren Tod habe er nur schwer verkraftet und sich noch nie so allein gefühlt, schreibt Gorbatschow, dem die Öffnung der Sowjetunion Ende der 80er Jahre zugeschrieben wird, und der 1990 den Friedensnobelpreis erhielt.

(APA/AFP / la) Erstellt am

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