Erneut Vergewaltigungs­vor­würfe gegen UN-Blauhelme

HAITI VIOLENCE
Foto: /Orlando Barria Die UNO-Truppen haben um ihren Ruf zu fürchten.

Die Vergewaltiger aus den Reihen der UN-Truppen sollen ihren Opfern mit dem Tod gedroht haben.

Im Skandal um sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung durch Soldaten der Vereinten Nationen in der Zentralafrikanischen Republik gibt es neue Vorwürfe. Einem Bericht von Human Rights Watch (HRW) zufolge sollen UNO-Blauhelme in dem krisengeschüttelten Land mindestens acht Mädchen und Frauen innerhalb von nur drei Monaten vergewaltigt haben. Die Taten seien zwischen Oktober und Dezember in der nördlichen Stadt Bambari verübt worden, teilte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag mit.

Ein ranghoher UN-Vertreter in New York hatte zuvor bereits 22 Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und der Ausbeutung durch UN-Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik bestätigt.

Die Täter sollen nach Angaben der Opfer, die von den Menschenrechtlern im Jänner befragt worden waren, aus der Demokratischen Republik Kongo und Kongo-Brazzaville stammen. "Drei von ihnen waren auf mir. Sie waren bewaffnet. Sie sagten, sie würden mich töten, falls ich mich wehre", sagte eine 18-Jährige. Nur eine der Frauen sei medizinisch und therapeutisch behandelt worden, hieß es. Das jüngste Opfer sei 14 Jahre alt.

69 Fälle aus dem Vorjahr bisher bestätigt

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Missbrauchsvorwürfe gegen Soldaten vor allem in der Zentralafrikanischen Republik laut geworden. Generalsekretär Ban Ki-moon hatte daraufhin den Chef der UNO-Mission in der Zentralafrikanischen Republik, Babacar Gaye, entlassen.

Die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und der Ausbeutung durch UN-Soldaten im vergangenen Jahr sind in 69 Fällen bestätigt. Darunter seien auch 22 Fälle in der Zentralafrikanischen Republik, sagte ein ranghoher UNO-Vertreter.

In der Zentralafrikanischen Republik sind rund 10.000 Blauhelme stationiert. Das Land wird von einem schweren Konflikt erschüttert, seit muslimische Rebellen im Frühjahr 2013 den christlichen Präsidenten Francois Bozizé gestürzt hatten. Nach dem Putsch bekämpften sich Muslime und christliche Milizen. Beiden Seiten werden schwere Gewalttaten angelastet. Das Land ist einem UN-Index zufolge der drittärmste Staat der Welt.

(APA / tan) Erstellt am
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