Thursday, February 23, 2012

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Thema: testwochen

Mit High Heels auf dem Glatteis

KURIER-Testwochen: Nun stehen die Sportangebote der Stadt auf dem Prüfstand. Die erste Disziplin ist das Eisstockschießen.

Letztes Update am 21.01.2012, 16:36


In die neun treffen auch viele Anfänger, die montags gratis testen.

Da kann ich meinen ganzen Ehrgeiz rauslassen,“ sagt Claudia Wirth und schießt. Ihr rosaroter Eisstock gleitet über die Bahn und trifft fast in die Mitte der Metallplättchen. Und das, obwohl sie „das Ding vorher noch nie in der Hand gehabt“ hat.

Mit acht anderen testet die Wienerin das Eisstockschießen beim Wiener Eislaufverein beim Stadtpark. „Es macht Spaß, es ist so ähnlich wie Bowling“, sagt Wirth – und sie ist nicht die Einzige, der es gefällt: Allein hierher kamen in den letzten drei Monaten 2000 Hobby-Eisschützen. Jedes Jahr zieht es um 30 bis 50 Prozent mehr Interessierte auf den abgegrenzten Bereich am Eis.

„Richt’ dich auf wie a stolze Frau, locker schwingen und jetzt loslassen!“, sagt Egon Haberschek nach kurzen Anweisungen. Der kleine Mann in warmer roter Jacke und Schuhen mit extradicker Sohle schult die Anfängertruppe ein. Die Frau lässt wie angeordnet los, der Vier-Kilo-Eisstock kracht gegen die Bande. „Passt scho’!“, sagt Haberschek. „Es werden zwar nicht alle gleich Weltmeister, aber geschafft hat’s noch jeder.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Sogar die mit High Heels.“

Gefühl

Der gebürtige Steirer ist Profi. Er schießt Eisstöcke, seitdem er gehen kann. Sein Geheimnis? „Man braucht Gefühl, nicht nur die Kraft.“

Um 20 Uhr schickt der Eisstock-Meister seine Schützlinge nach Hause: „Jetzt kommt das Wichtigste – was Warmes trinken.“

Haberschek selbst wird wohl am nächsten Abend wieder am kalten Eis stehen – immerhin ist er in der 250 Euro teuren Bahnmiete zwei Stunden lang „inkludiert“. Seine abendlichen Einheiten ( Mo., Sa., So. bis 20 Uhr bzw. Di.–Fr. bis 21 Uhr geöffnet ) sind für die Anfänger intensiv: „Ich spür’s schon“, sagt Teilnehmer Marcus Znaimer und greift sich auf die Oberschenkel. „Morgen hab’ ma einen ordentlichen Muskelkater.“

Barock: Palais Liechtenstein - Alsergrund

Die Eisstockbahn im Ehrenhof des Palais Liechtenstein ist die kleinste in Wien, dafür aber auch die billigste. Die gute Bewertung verschafft der Bahn am Alsergrund außerdem ihre Atmosphäre: Tannenbäume und barocke Architektur umrahmen die Spielfläche. In dem Preis von 25 Euro je halber Stunde sind neben der Bahnmiete auch acht Eisstöcke inkludiert. Eigene Betreuer gibt es zwar keine, es sind jedoch geübte Eisstockschützen vor Ort. Sie erklären den Teams zu Beginn die Regeln und die wichtigsten Bewegungsabläufe. Geöffnet ist die Bahn nach Anfrage täglich von 16 bis 21 Uhr. Tel.: 319 57 67 – 0

Kitsch: Eistraum am Rathausplatz - Innere Stadt

Zentral gelegen sind die vier Eisstockbahnen auf dem Rathausplatz. Eine halbe Stunde Eisstockschießen vor dem kitschig-romantisch beleuchteten Gebäude kostet 40 Euro, zehn Eisstöcke inklusive. Das Manko: Die Bahn eignet sich hauptsächlich für jene, die bereits Erfahrung mit dem Sport haben – Betreuung ist nicht inkludiert. Sie kann zwar zusätzlich gebucht werden, das kostet allerdings 20 Euro extra. Auch die Öffnungszeiten sind eingeschränkt: Wochentags ist von 17 bis 22 Uhr geöffnet, am Wochenende sind jedoch alle vier Eisstockbahnen geschlossen.

www.wienereistraum.com

Teuer: Albert Schultz Eishalle - Donaustadt

Für größere Gruppen und Eventveranstalter wird auch die moderne Eishalle in der Donaustadt zum Eisstockschießen vermietet. Den Schützen steht zwar eine gesamte Halle zur Verfügung, allerdings kostet diese stolze 900 Euro für 30 Personen pro Stunde. Gebucht werden kann die Eishalle täglich ab 16 Uhr bis spät in die Nacht hinein. Das Angebot eignet sich deshalb gut für Firmen, die für große Veranstaltungen auch etwas tiefer in die Tasche greifen können, für Privatpersonen und Hobby-Eisstockschützen ist die Bahn aber aufgrund des hohen Preises und der Lage ein Flop.

www.albertschultzeishalle.at

Versteckt: Engelmann - Hernals

Über den Dächern Wiens können Eisstockschützen eine Bahn um 80 Euro pro Stunde mieten – inkludiert sind das nötige Equipment und bei Bedarf auch ein eigener Betreuer. Das Flair in Hernals kann jedoch nicht mit den nostalgischen Gebäuden der Eisanlagen in der Innenstadt mithalten. Und der Blick reicht trotz der hohen Lage nicht über die Stadt. Dennoch verleiht der Platz inmitten der roten Ziegeldächer eine spezielle Atmosphäre. Geöffnet ist die traditionsreiche Eisstockbahn Dienstag, Donnerstag und Freitag bis 21.30 Uhr (Mo. bis 18 Uhr und Mi., Sa., So. bis 19 Uhr).

www.engelmann.co.at


Letztes Update am 21.01.2012, 16:36


Artikel vom 21.01.2012 16:25 | KURIER | Clara Maier | « zurück zu Wien


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