Festnahmen bei Anti-Burschenschafts-Demo
Rund 500 Personen haben in Wien gegen den Ball des Wiener Korporationsringes protestiert. Die Polizei löste die Demo auf.
Die Polizei löste die Demo auf.
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Lösen Sie die Versammlung auf!" - ließen sich die Demonstranten nicht beeindrucken: Rund 500 sammelten sich am Freitag ab 18 Uhr am Christian-Broda-Platz an der Mariahilfer Straße, um gegen den 57. Ball des Wiener Korporationsringes auf die Straße zu gehen. Genau daraus wurde aber nichts: Die Demonstranten kamen nicht vom Fleck, weil sie von Polizisten eingekesselt waren. Es gab Ausschreitungen, vierzehn Festnahmen und drei Verletzte. Laut Polizei wurde ein Einsatzfahrzeug angezündet.
Die Wiener Exekutive hatte im Vorfeld die Demonstration verboten, weil gleichzeitig das Parlament tagte und die Bannmeile verletzt worden wäre. Grün-Politiker sahen die "Versammlungsfreiheit" in Gefahr. Außerdem war unklar, ob das Verbot nicht noch mehr (eventuell gewaltbereite) Demonstranten mobilisieren würde. Trotzdem setzten sich die Protestierenden in Bewegung - um sich Rangeleien mit den Beamten zu liefern. Einige versuchten erfolglos, die Sperre zu durchbrechen. Die Polizei ließ einen Wasserwerfer auffahren, der aber nicht zum Einsatz kam, und löste die Versammlung langsam auf.
Über hundert Anzeigen
Nicht nur die Mariahilfer-Straße, auch die Seitengassen waren abgeriegelt. "Für uns war die Konzentration der Demonstranten auf einem Platz von Vorteil. Wir konnten gezielt einschreiten", sagt Roman Hahslinger von der Wiener Polizei. Da die Demo verboten war, wurden mehr als hundert Teilnehmer wegen einer Verwaltungsübertretung angezeigt. Zum Handkuss kamen Fußgänger, die nicht mehr aus dem "Kessel" kamen. An zwei weiteren Demo-Strandorten, im Sigmund-Freud-Park und am Helmut-Zilk-Platz, blieb es friedlich.





