Proteste gegen Empfang für Frauenklinik
Schönborn empört über Fleischmarkt-Fest Zum Hauptartikel
Das Ambulatorium Fleischmarkt, in dem auch Abtreibungen vorgenommen werden, besteht seit 30 Jahren. Die Kirche ist gegen den Cocktail-Empfang.
Der Kardinal will, dass das Rathaus die Feier absagt.
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Kardinal Christoph Schönborn hat Wiens Bürgermeister Michael Häupl in einem Brief aufgefordert, eine im Rathaus am 3. September geplante Feier anlässlich des 30-jährigen Bestehens des "Ambulatoriums am Fleischmarkt" abzusagen. In der Klinik werden auch Abtreibungen vorgenommen. Durch eine solche Veranstaltung würde deutlich gemacht, dass es "offenbar keinen Konsens im Hinblick auf den Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis an gibt", wird Schönborn in Kathpress zitiert.
Er vertraue allerdings auf die Sensibilität des Wiener Bürgermeisters "für ein zentrales Problem unserer Gesellschaft wie das 'Recht auf Leben'". Zugleich unterstrich Schönborn seine Gesprächsbereitschaft. Niemand rufe nach Strafe für verzweifelte Frauen, so Schönborn. Aber Abtreibung sei keine Lösung, schließlich besage auch das geltende Gesetz, dass Abtreibung unrecht sei: "Es geht um die Tötung menschlichen Lebens. Das ist keine Bagatelle."
Anstelle einer Festveranstaltung solle man lieber einen Runden Tisch initiieren, um die bei der Einführung der Fristenregelung versprochenen "flankierenden Maßnahmen" zu besprechen, die damals SPÖ-Bundeskanzler Bruno Kreisky zusagt habe: "Eine reiche Gesellschaft wie die österreichische, eine blühende Stadt wie Wien muss Rahmenbedingungen schaffen können, damit Frauen sich nicht gedrängt fühlen, eine Abtreibung in Betracht zu ziehen."
Wehsely organisiert
Im Büro von Bürgermeister Häupl bestätigt man lediglich, den Kardinalsbrief erhalten zu haben und auf diesen selbstverständlich schriftlich zu antworten. Allerdings handle es sich bei der kritisierten Veranstaltung nicht um einen Fest-, sondern um einen Cocktailempfang für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Beratungsstelle. Überdies werde diese nicht vom Bürgermeister, sondern vom Büro der Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely organisiert.




