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Tauziehen um Falcogasse

Die Wiener Ziegelofengasse, in der Hans Hölzel aufgewachsen ist, soll umbenannt werden. Die Anrainer sind dagegen.

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Selbst eingefleischte Falco-Fans sind langsam genervt. Rund um den zehnten Todestag ist eine "Falcomania" ausgebrochen wie selten zuvor: Werbeflut eines Elektronikriesen, Aufbereitung eines schlecht mitgefilmten Konzertes, Revivalauftritte – und nun soll es auch noch eine Falcogasse in Wien-Margareten geben.
Die Falcostiege beim Naschmarkt ist dem Privatradio 88,6 zu wenig. Auch die 41 Häuser zählende Ziegelofengasse, in der Hans Hölzel seine Kindheit und Jugend verbracht hat, soll nun umbenannt werden. Rund 5000 Unterschriften wurden gesammelt, zahlreiche Prominente (von Helmut Zilk über Harald Serafin bis Peter Westenthaler) unterstützen die Aktion.

Weniger begeistert davon sind die Bewohner der Ziegelofengasse. So müssten sie dann nicht nur ihre Dokumente umschreiben lassen, sondern der junge Hans erfreut sich dort – vorsichtig formuliert – auch nicht ungeteilter Beliebtheit. Umliegende Geschäftsleute und Bewohner wurden seinerzeit Ziel von Hans Hölzels Aktionen, die nicht selten über normale Lausbubenstreiche hinausgingen. "Seine Mutter war oft in Entschuldigungs-Missionen unterwegs", erinnert sich ein Zeitzeuge. Auch Bezirksvorsteher Kurt Wimmer meint: "Ich bin ein Verehrer von Falco. Es ist gut, dass man ihm gedenkt, aber das haben wir bereits vor fünf Jahren mit der Falcostiege gemacht. Man tut den Bewohnern nichts gutes."

Die Initiatoren wollen die Unterschriften demnächst an Bürgermeister Michael Häupl übergeben. Dies ist vielleicht im doppelten Sinne die falsche Adresse: Denn zu den Bewohnern der Ziegelofengasse zählt ausgerechnet Häupl-Stellvertreterin Renate Brauner. Die Vizebürgermeisterin wird wohl dabei ein Wörtchen mitreden.

Artikel vom 18.02.2008 18:32 | KURIER | Dominik Schreiber


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