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Brandunfall rüttelt Politiker auf

    Der tragische Fall einer Patientin der Psychiatrie im Otto-Wagner-Spital hat ein politisches Erdbeben im Wiener Rathaus ausgelöst.

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    Rücktrittsforderungen an Stadträtin Sonja Wehsely. Nach der KURIER-Berichterstattung über den Brandunfall einer fixierten Patienten auf der Psychiatrie im Otto-Wagner-Spital (siehe Hintergrund) hagelt es Kritik von der Opposition.

    "Wehsely hat alle Missstände im Otto-Wagner-Spital bisher nur geleugnet und zeigte keinerlei Problembewusstsein. Der nun bekannt gewordene Fall aber ist grauenvoll", sagt Sigrid Pilz, Gesundheitssprecherin der Wiener Grünen.

    Nachgefragt

    Pilz wollte vergangene Woche bei einer Dringlichen Anfrage im Gemeinderat von Wehsely wissen, ob seit 2005 Menschen durch Fixierungen zu Schaden gekommen seien. "Sie hat dies ausdrücklich verneint. Entweder ihre Mitarbeiter haben ihr den Skandal verschwiegen, oder die Stadträtin hat nicht die Wahrheit gesagt. Beides ist ein Grund zum Rücktritt."

    Die Verbrennungsverletzungen der Frau seien der traurige Tiefpunkt jahrzehntelanger Versäumnisse in der Gesundheitspolitik.
    Auch Ingrid Korosec, Gesundheitssprecherin der Wiener ÖVP, fordert den Rücktritt Wehselys: "Der Leidensweg dieser Patientin zeigt in besonders tragischer Weise, wie fatal es ist, für fixierte Patienten nicht ausreichend Betreuungspersonal zur Verfügung zu stellen." Die Frau müsse trotz ihres schlechten gesundheitlichen Zustands auch noch einen mühsamen Rechtsstreit über sich ergehen lassen. "Allein das ist ein Skandal."

    Seit Jahren würden weder Beschwerden von Patienten noch des Personals zum Anlass genommen, die Missstände zu beseitigen. Stadträtin Wehsely müsse genau so wie ihre Vorgängerin, die jetzige Finanzstadträtin Renate Brauner, von dem Fall gewusst haben. Schließlich ist der Vorfall, mit dem die Staatsanwaltschaft betraut war, in Brauners Amtszeit gefallen, sagt Korosec.

    Kein Kommentar

    "Ich sage dazu nichts", kommentiert Sonja Wehsely die Rücktrittsaufforderungen der Opposition. Das Bekanntwerden des tragischen Unfalls sieht sie als "Angriff auf die offene Psychiatrie, wo schwerstkranke Menschen sehr gut versorgt werden". Der Krankenanstaltenverbund KAV hätte damals eine Selbstanzeige gemacht und die Staatsanwaltschaft habe den Fall zurückgelegt. "Mehr kann man nicht tun."

    Wilhelm Marhold, KAV- Chef, sieht das ähnlich und spricht von "Diffamierung". Es werde versucht, die Top-Medizin in Wien schlecht zu reden: "32.000 Mitarbeiter des KAV werden in den Schmutz gezogen", so Marhold. Eine Kampagne, wie sie aktuell betrieben werde, bleibe nicht ohne Auswirkung bei den Menschen. Er fürchtet gar, dass das Publikwerden solcher Fälle schlimme Folgen haben könnten. Dann, wenn Patienten aus Verunsicherung keine Hilfe suchten, obwohl sie diese benötigen.

    Der Fall selbst bezeichnet Marhold als "bedauerlichen Suizid- und Selbstverstümmelungsversuch." Der kurze Kommentar des Anwalts von Monika B: "So ein Unsinn."

    Artikel vom 31.01.2008 19:01 | KURIER | Ute Brühl und Barbara Mader