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Krems: Bürger erzwingen Nachdenkpause

Eine von 380 Bürgern unterschriebene Petition stoppte die Umwidmung eines Bauareals und erreichte Zugeständnisse.

Krems Gneixendorf: Bürger wehren sich gegen angebliche Konzeptlosigkeit DruckenSendenLeserbrief
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Die mittlerweile dritte Bürgerinitiative setzt die Kremser Stadtführung in Sachen Stadtentwicklung unter Druck. Rund drei Viertel aller Bewohner des Stadtteiles Gneixendorf haben mit einer Petition an Bürgermeisterin Inge Rinke eine Umwidmung verhindert. Die wäre Voraussetzung für ein groß angelegtes Wohnbauprojekt, das die Einwohnerzahl des Gebietes innerhalb der kommenden zehn bis 12 Jahre verdoppeln soll.

Es ist das Misstrauen in die Fähigkeit der Stadtführung, bürgerverträgliche Konzepte zu entwickeln.

"Zuerst genehmigt die Stadt alles Mögliche, danach flickt man an einem Konzept herum", bringt es Günter Chalupa, Pressesprecher der neuen Initiative, auf den Punkt.

Beispiele finden sich einige: Beim Ausbau des Campus West fühlte sich ein Großteil der Anrainer über den Tisch gezogen und deckte die Stadt mit massiven Protesten ein. Die zusätzliche Verbauung des Ortsteiles "am Steindl" verursachte ebenfalls die Gründung einer Bürgerinitiative, die sich verbissen wehrt. Und am Wachtberg regte sich Kritik an mutmaßlicher Ungleichbehandlung von Bauwerbern.
In allen Fällen sehen die Betroffenen das Fehlen eines umfassenden Konzeptes.
Gneixendorfs Sprecher Chalupa stellt jedenfalls klar: "Wir sind nicht im geringsten gegen die Bauvorhaben. Eines läuft ja schon, ein weiteres soll 250 Miet- und Eigentumswohnungen, sowie Reihenhäuser umfassen. Wir beobachten aber mit Sorge, dass die dafür notwendigen Vorbedingungen nicht ausreichend geschaffen wurden", betont er.

Gemeint sind beispielsweise die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, der Umgang mit der Zunahme des Verkehrs (insbesondere des Baustellenverkehrs), mit zusätzlichem Lärm und Staub.

So haben sich einige Bewohner zusammen gesetzt und unter dem Vorsitz von Erich Steingassner die "Bürgerinitiative Gneixendorf" gegründet. Die sammelte innerhalb kürzester Zeit rund 380 Unterschriften. "Das sind gut 70 Prozent der 580 Wahlberechtigten im Stadtteil", rechnet Chalupa stolz vor. Die hätte man mit einer Petition der Kremser Bürgermeisterin überreicht. Die nahm darauf hin die Umwidmung des Areals vom Programm der jüngsten Gemeinderatssitzung und versprach, die Bürger mit den zuständigen Gremien zusammen zu bringen. Die zukünftige Vorgangsweise der Bürgerinitiative wird davon abhängen, wie sie sich behandelt fühlt.


Artikel vom 20.11.2009 10:41 | KURIER | Gilbert Weisbier


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