Thursday, May 24, 2012

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Appssssssss, aber auch Online goes Brettspiel

Digital plus real: Über einige Trends bei der weltgrößten Spielwarenmesse im deutschen Nürnberg. Der KURIER war dabei.

Letztes Update am 09.02.2012, 17:10


Kontrollierte Stichflamme – Til, Luzie und Pauline führten Experimente vor und mochten’s. Spaß beim Lernen auf der Spielwarenmesse

Selbst die gute alte Modelleisenbahn lässt sich neuerdings per I-Phone und I-Pad steuern. App-Mania könnt ein Untertitel der diesjährigen Spielwarenmesse in Nürnberg, der weltgrößten dieser Branche, sein. Noch bis Montag zeigen 2.687 Ausstellerfirmen aus 63 Ländern ihre (angeblichen) Neuheiten rund 80.000 Besucherinnen und Besuchern – Händlern und Fachleuten. Kinder und Jugendliche kommen nur am Rande vor – am eigenen Medientag vor Beginn der Schau.
Dabei sind sie jedoch meist nur als Models im Einsatz, um Spiele vorzuführen. Die aktivste Rolle durften heuer Pauline, Luzie und Til spielen. Sie "zauberten" unter anderem mit Hilfe von Bärlappsporen riesige Flammen. Die Zehn- und Elfjährigen präsentierten sichtlich lustvoll Experimente (Kosmos). "Ich entdecke gern viel. Früher wollte ich sogar Forscherin werden, weil ich was erfinden wollte, was noch niemand vorher auf der Welt entdeckt hat", meinte Pauline zum KURIER (10). Jetzt komme ihr das anstrengend vor, jeden Tag zu forschen, "aber vielleicht überleg ich’s mir ja noch!"
Eine der Kombinationen von Spiel(figuren) und Apps wurde gleich mit einem der vier Toy-Awards (Kleinkind, Vorschule, Kinder, Teens & Family) der Messe ausgezeichnet. Spinmaster stellte kleine Autos vor, die – aufs I-Pad gedrückt und das entsprechende Progrämmlein runtergeladen – nun über den einen oder eben anderen Parcours zu steuern sind. Ähnliches haben auch andere im Angebot. Fische fangen und sie vor einem gefräßigen Vogel schützen oder ein Würfelspiel bietet I-Pawn und, und, und. Bis hin zum – für viele merkwürdigerweise für einen der vier Preise nominierten i-Phone-Halter für Kleinstkinder.




Puzzle erweitert


Bei den meisten stellt sich die Frage, weshalb sollte so ein Plastikteil extra gekauft werden, wenn die Steuerung auch per Finger geht. Eine der wenigen brauchbar erscheinenden Kombinationen bietet die virtuelle Erweiterung einiger Puzzles. 1000 Teile Paris oder Tiere Afrikas zusammengesetzt, per I-Pad fotografiert, bietet die entsprechende App echten Zusatznutzen. Beispielsweise ein 360-Grad-Panorama-Video aus der Eiffelturmperspektive, die Möglichkeit auf Sehenswürdigkeiten zu zoomen und Infos abzurufen. Oder Zoom auf Elefanten oder andere der aus den Kartonteilen zusammengefügten Tiere – klick und nun wird aus dem Stand- ein bewegtes Bild (unten ganz links). Ravensburger, das diese Kombination vorstellte, präsentierte aber das Gegenstück. Das aus Facebook bekannte Onlingame Farmville wird zum Brettspiel Farmerama (ab Herbst). Mit Kartonteilen wird gesät, geerntet und der Ertrag an hölzerne Tierchen "verfüttert".

Braingames


Strategie- und Tüftelspiele oder Experimentierkästen wollen Lernen "verspielter" verkaufen. Vielleicht regen manche dazu an, selber Dinge zu erfinden. Bild der Wissenschaft berichtet dieser Tage über zwei kanadische Schüler, die ein "Raumschiff" aus Styropor mit Heliumballon und Fallschirm gebastelt haben, mit Kameras und einem Handy ausstatteten und ein Lego-Maxl damit in die Stratosphäre fliegen ließen (mehr dazu im Link unten).

Twin-Skate und Soft-Board


Twin-Skate:Gewicht verlagern, fahren und Kurven ziehen.

Wie ein Snakeboard – nur in zwei Teilen: Das ist Twin-Skate. Es ist eine der sportlichen Neuheiten, die nach der Sportartikelmesse ISPO in München im Jänner nun auch bei der Nürnberger Spielwarenmesse als Attraktion über Bühnen und durch Gänge rollt. Die wackeligen Kunststoffbretter auf je zwei Rollen gewinnen ihre Stabilität durch schwingendes Fahren.
Produkte für Jugendliche bildet – nach Ökologie und Nachhaltigkeit im Vorjahr – heuer den Schwerpunkt der Messe gleich im Eingangsbereich (Toys 4 Teens). Dabei dominieren sportliche Teile. Manches ist nur aufgepimptes Altbekanntes. Relativ neu sind Soft-Boards – weiche Snowboards, die sich dazu eigenen, auf einem Trampolin Sprünge zu vollführen.

Eine der sinnvolleren Kombinationen aus realem Spiel und Ergänzung auf dem Tablet (vorläufig? nur dem I-Pad): 1000 Teile puzzlen und hier bewegte Ansichten und Zusatzinfos über Paris...

... Tiere Afrikas werden auf dem flachen Computer "lebendig"...

... die Unterwasserwelt bietet digitale Spiele...

... und dieses Landschaftspuzzle erlebt auf dem Tablet die verschiedenen Jahreszeiten

Hier gibt`s Kunststoff-"Angeln", um Fische zu fangen...

... und hier Spielfiguren für das digitale Brett

Brmmm mit dem kleinen Auto über den digitalen Parcours...

... und auch hier. Geht aber auch mit den Fingern!!!

Fernsteuerungen via I-Phone...

... sind nicht ganz neu, aber heuer fast allgegenwärtig...

... sogar die gute alte Modellbahn...

.... kann so...

... gesteuert werden.

Natürlich erst recht bei Fliegermodellen

"Nur" auf dem Smart-Phone können auch gescannte Flugzeuge...

... gelenkt werden.

Kopfschütteln rief dieser I-Phone-Halter für Kleinskinder hervor

Es sind übrigens auch gegenläufige - oder ergänzende - Tendenzen zu beobachten. Ravensburger "übersetzt" das Facebook-Onlinge-Game Farmville ins Brettspiel "Farmerama"...

... wo Kartonsaatgut gesät, Früchte "geerntet" und an kleine hölzerne Tierchen "verfüttert" werden.

Nach dem Erfolg der vom Fernsehen in Spiele transportieren "Schlag den Raab"-Kästen, probierts der Hersteller mit dem blauen Dreieck als Markenzeichen nun auch mit Singstars. die Mitspieler_innen voten mit Karten von Super bis grausam.

Pink, lila und andere Pastellfarben halten neu Einzug in die Welt der genoppten Bausteine...

... Olivia, Andrea, Emma, Stephanie und Mias sind "Friends". So heißt der frische Kosmos von Lego...

...Mit Star Wars und Ninjago – für beides gibt es natürlich Neuheiten – waren eher an Buben gerichtet. Bisherige Versuche des dänischen Spieleherstellers mit Mädchenlinien klappten nicht so recht....

... Vor dem jetzigen Launch wurden mehrere Jahre lang hunderte Mädchen intensiv befragt, was sie am liebsten hätten. Und: Sie wollen vor allem bauen. ...

...Aber auch damit (Rollen-)spielen, nicht so sehr zerstören und neu aufbauen. "Es war fast eine Co-Creation", meinte der neue Chef der Europagruppe, Dirk Engehausen.
Die neue Linie brachte Lego einen der vier Toy-Awards der Messe, jenen in der Kategorie 6 bis 10 Jahre.

Natürlich gibt es auch bei den anderen Produktlinien Neuheiten - die Ninjagos sind heuer eher grün gehalten und bekommen neue Tools.

Und Star Wars kriegt "Überraschungs"-Planeten ;)

Die kommende Fußball-Europameisterschaft nahm Playmobil zum Anlass, das gute alte Tipp-Kick in einen handlichen Koffer zu verpacken. aufklappen, tore einsetzen, Spielfiguren aufstellen und los geht`s. Hier Domenica am Ball - ihr Gegner war Luca.

Bär Adriano, Piratin Julia und Zaubererin Victoria spielen das "Regenbogenspiel". Gemeinsam sollen sie dem Regenbogen, dem Farben fehlen,  die richtigen Glassteine auf dem Würfelparcours holen. Alle spielen miteinander gegen einen bösen Magier, der die Farben klauen will. Um gemeinsam schneller am Ziel zu sein, können sie einander auch Würfelpunkte schenken.

Ein Strategiespiel, das ein wenig an Schach erinnert. Das ist das preisgekrönte Talat. Auf drei Spielfeldern können zwei oder drei Leute mit drei Farben spielen. eigenartig nur, dass der Hersteller meint, der Name stehe für das arabisch drei. Das jedoch Thelesa heißt.

Maya: Bunte Pyramiden bauen statt an den Weltuntergang glauben ;)

Ein witziges, spannendes kleines Strategiespiel ist Turnstile: Die Figuren müssen in ihre passende Farbecke. Dazu müssen sie die Drehtüren richtig öffnen (können).

Til, Luzie und Pauline spielen mit dem Feuer und zeigen andere Experimente - unter Anleitung von Kosmos-"Prof" Felix...

... lassen sie beispielsweise eine luftgefüllte Weltkugel schweben

Brain-Games - hier müssen die Punkte rund herum gemeinsam die angezeigte Zahl ergeben...

... und noch weitere Tüftlereien bietet die niederländische Firma RecentToys.

Mit nur einem der Teile aus Tetris, jenem der ein bissl aussieht wie ein T mit zu breitem Strich oben - in sechs verschiedenen Farben mit Magnet innen drin bildet das "Baumaterial" für kreative Konstruktionen - Trickstein von TiMax.

Sozusagen "Rubiks Erben" - Würfel zum Tüfteln aus Ungarn

Wir wollten nur eine Homepage für zwei Firmen gestalten – mit sechs Tipps zum Umgang mit Geld", beginnt die Budapesterin Zsuzsanna Nagy den ungewollten Beginn einer Erfindung. "Sechs Punkte – da ist uns ein Würfel in den Sinn gekommen, der hat ja sechs Seiten. Bei der Suche nach Neuem, kamen wir auf Einkerbungen an den Kanten statt der Punkte. Bald lag es nahe, damit könnte man spielen. Aber ein Würfel allein würde bald langweilig werden. Mit mehreren Würfeln könnte man tüfteln. In jedem der Coco-Dice Würfel steckt ein Magnet.

Wiederbelebung

Holzgriff, Schnur, Holzkugel mit Loch. Hochwerfen und auffangen – ein uraltes Spiel aus Südamerika, bei uns in Vergessenheit geraten. Zwei Studenten aus dem Erzgebirge stießen per Zufall drauf. Die zwei Studenten, Tony Ramena und Matthias Meister stießen per Zufall auf dieses uralte (schon bei den Mayas bekannte) Geschicklichkeitsspiel. Wurden süchtig und steckten damit auch etliche Freundinnen und Freunde an. so kamen sie auf die Idee, diese Teile herstellen zu lassen - suchten in ihrer Region, dem Erzgebirge, einen Tischler, knüpften die Schnüre für die ersten 1000 Stück selber händisch an die Holzteile - im Studio des Musikers Meister. Als die weg waren, suchten sie für die Endfertigung eine andere regionale Einrichtung, eine Behindertenwerkstatt. Ticayo erwies sich beim Neuheitentag zum kleinen Geheimtipp.

Ein Diskothekenbetreiber und ein Getränkehersteller aus dem Tiroler Telfs erfanden eine Box, die im Hintergrund wie eine Kugelbahn funktioniert. Hako (das chinesische Wort für Box) lässt von manchen Stellen die Kugel bis ganz nach unten rollen, von anderen fällt sie nur ein Stockwerk hinunter. Ziel ist, es ganz nach oben zu schaffen, ohne dass die Kugel bis runter rollt. Wäre nach ein paar Mal fad, drum dachten sich die beiden Telfer aus, wie sie die Bahnen im Hintergrund verstellen könnten. "So gibt`s mehr als 5000 Variationen", verkünden sie stolz dem KiKu.

Hoola-Hoop-Reifen mit Ball, der an einer Schnur schnell im Kreis fährt - der lässt sich auch mit beiden Händen kreise(l)n und nennt sich Hoola-Speed-Ball.

Twin-Skate - Balancieren, schwingen, tänzeln, fahren...

... und hier die Entwickler und Vermarkter_innen

Soft-Board, um auf dem Trampolin zu springen

Zu 95 Prozent bestehen diese Frisbees aus Zucker, auch der Rest ist organisches Material, berichtet Thomas Napieralski dem KiKU und zeigt auch Prototypen, die nicht ganz so geglückt sind - im Hintergrund. Manche waren zu weich, andere zu hart, bei manchen haben sich Schichten gelöst. "Das war ein langwieriger Entwicklungsprozess, aber jetzt sind unsere Scheiben schon bei Wettkämpfen im Einsatz", kann er sich freuen.

Auf Ökologie setzt auch schon seit Längerem Ha-Pe. Im Vorjahr reüssierte die  deutsch-chinesische firma mit Bauklötzen aus Bambus, dem schnellst nachwachsenden Holz. Heuer wurde weiters eine ganze Spielewelt aus dem ökologisch gepressten Holzabfallprodukten wie Sägespänen (Fasal, das seit Jahren auch verwendet wird) vorgestellt: "Meine ersten Freunde" richtet sich an Kinder ab eineinhalb Jahren. Die hölzerne Spielewelt soll "nur" die Basis fürs familiäre Geschichtenerzählen bilden.

Liliane testet den flexiblen Scooter. Hier stehen drei Modelle nebeneinander. Gekauft wird nur einer, und der ist flexibel. Für die Allerjüngsten hat er einen Sitz, mit kaum mehr als einem Handgriff kann der entfernt werden, wenn ein Kind so weit die Balance halten kann, dass es stehend scootet. Und ist das Fahrzug zu klein, wird nur die Stange ausgetauscht und kann somit gut bis ins dritte Lebensjahr hinein verwendet werden.

Diese Verwandlungsfähigkeit brachte dem Hersteller, (Mini Micro von Micro Mobility Systems), den Toy Award in der Kategorie Baby & Infant.

Wirkt watscheneinfach, aber draufkommen musst erst einmal - das Prinzip vieler beinahe umwerfender Erfindungen steckt hinter Rainbow-Brush. Ahmed Kazi aus den USA verpasste seinen leuchtenden Stiften jeweils Klemmhalterungen. Ein Griff - und du kannst zwei oder mehrere Stifte zusammenstecken. Schon hast du beachtliche Effekte ;)

Amitabh Kharbanda aus Indien erfand den mit Granulat gefüllten Stoffschlauch. Ein paar Fäden und Farben und schon lassen sich unterschiedlichste Formen binden und bemalen. Ein bisschen Fantasie und die wunderbarsten Welten können mit TwisToys entstehen.

Scheinbar wie von Geisterhand bewegt sich dieses "UFO". Der Trick: ein dünner, fast unsichtbarer, Faden, der am Ohr befestigt ist.

Angeregt von Stefan Raabs "Leitergolf" kann dieses mit ganz weichen Wuselbällen an einer Schnur gespielt werden. Auf welcher Stufe bleibt das Wurf"geschoß" hängen?

Kreisel zu Türmen gebaut - aus Vietnam

Auch dazu lassen sich Zeitungen verwenden - Papier zu Rollen formen - und mit Kunststoffverbinungsteilen ...

... zum Turm zusammenbauen


Letztes Update am 09.02.2012, 17:10


Artikel vom 03.02.2012 10:47 | KURIER | Heinz Wagner | « zurück zu Kiku


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