Thursday, February 23, 2012

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Bilder sind zum Sehen da!

Projekt "Frage-Zeichen?" mit gehörlosen Kindern und Jugendlichen im MUseum MOderner Kunst im Wiener MQ

Letztes Update am 30.12.2011, 08:16


Im Hintergrund Gerhard Richters großflächiges Gemälde „Märchenwald“. Davor nehmen Carina, Müzey, Nina und Sultan Aufstellung. Und beginnen die Geschichte vom Rotkäppchen zu erzählen. Ohne – hörbare - Worte. Wenn was zu sagen ist, dann tun sie’s mit den Händen – in Gebärdensprache. Die Performance ist Teil des Projekts „Fragezeichen?“ im MUseumMOdernerKunst im Wiener MuseumsQuartier. Ein halbes Dutzend mal waren Schülerinnen und Schüler des Bundes-Instituts für Gehörlosenbildung (BIG) aus der Maygasse in Wien-Hietzing ins Museum gekommen, hatten sich Bilder genauer zu Gemüte geführt und mehrmals auch das Atelier genutzt, um – angeregt von den gesehenen Kunstwerken – selber kreativ tätig zu werden.

Gegenseitiges Lernen

Simon, Sultan und Nina präsentieren das Projekt in der Lounge

Bei der Präsentation dieses – vorläufigen Pilotprojekts – freuten sich nicht nur die Kinder und Jugendlichen über die spannenden Exkursionen ins Museum und die Zusammenarbeit mit der ebenfalls gehörlosen Künstlerin Alice Xlaoshu Hu, auch die Mitarbeiterinnen im Museum waren stolz auf ihre gemachten Erfahrungen – erste Worte und Sätze in der Gebärdensprache erlernt zu haben. Und draufgekommen zu sein, dass doch gerade Bilder und Skulpturen, also eigentlich fürs Auge geschaffene Kunstwerke, viel zu oft „nur“ über gesprochene Sprache vermittelt werden (!).


Mehr dazu unter den folgenden Fotos!

Rotkäppchen vor dem Bild "Märchenwald"

Die genannten vier Schülerinnen (Carina, Müzey, Nina und Sultan) und weitere ihrer Kolleginnen und Kollegen – vor allem noch Medina, Albert und Mohamed – erzählten noch vor weiteren Kunstwerken geräuschlos ihre Geschichten, zu denen sie die Bilder und dreidimensionalen Objekte angeregt hatten. Vorm vorwiegend in Blautönen gehaltenen Bild „Ohne Titel“ (von Herbert Brandl) erlebte das Publikum eine Geschichte, in der die Lehrerin recht böse mit der Klasse schimpft und den „Teufel“ aus dieser wirft.

Vor Alberto Giacomettis „stehender Figur“ erfuhren die Zusehenden die Gedanken von vier Akteurinnen, dass sie sich Sorge machen um die so dünne, zerbrechlich wirkende große Gestalt...

... Für sie begannen sie zu sammeln, um neben die Statue symbolisch Nahrung und Kleidung zu legen.

André Derains „Kauernder“ regte Sultan und Nina dazu an, erstere anfangs eher verzweifelt am Boden kauern zu lassen,...

... um sie in der Folge durch die Hilfe ihrer Kollegin in eine aufrechte und lächelnde Lage zu „versetzen“.

Erster Eindruck bei diesem Bild? Zielscheibe. Und so legt Sultan den unsichtbaren Pfeil an und zielt...

... während Nina davor verzweifelt...

... weshalb die beiden sich konzentrieren, zur ruhe kommen und... klar schafft`s Nina nun auch.

Noch mehr freuten sich die Kids, als es anschließend hinaufging ins Atelier. Drei lange Papierbahnen waren auf dem Boden ausgelegt. Und nach Herzenslust und –laune sollte drauflos gemalt werden können.

Trotz ihrer Vorerfahrungen begannen die meisten eher zaghaft am Rand zu malen,...

... bevor sich die ersten auch mitten ins Weiß hinein wagten, um dort ihren Zeichnungen oder Schriftzügen freien Lauf zu lassen, ...

... wobei sich vor allem die jüngeren eher kreativ auszutoben trauten - wie Elmedina, die auch mit unterschiedlichen Materialien der ebenen Fläche ein bisschen mehr Dimension verlieh. Und Michael malte uns die Kolleg_innen seiner Gruppe samt Lehrer auf ein Stück Transparentpapier, schnitt noch ein paar Teile aus und machte aus dem Ganzen ein Figur.

Malen mit langen Pinseln

"Laufbild"

Konturen für Figuren malen


Letztes Update am 30.12.2011, 08:16


Artikel vom 11.12.2011 18:27 | KURIER | Heinz Wagner | « zurück zu Kiku


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