"Jeder sollte seinen Glauben suchen"
Vielfalt ist Stärke - unaufgeregt schildert dies ein Film, den Jugendliche im GRG Hagenmüllergasse (Wien) drehten.
Traumstimme: Aya el Sayid, 14, singt auch im Film
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Die Filmpräsentation war schon zu Ende, die Gäste waren längst beim Buffet. Da holte eine Stimme sie alle zurück vor die Bühne. Ein Teil des Films wurde sozusagen lebendig - und zwar der tolle Gesang von Aya el Saidy, der in dem im halbstündigen Streifen zu hören ist.
Die 14-Jährige steht auf Musik. "Mit zehn hab ich begonnen und nun singe ich in der Schulband." Neben Musik ist Deutsch ihr Lieblingsfach. "Ich spiel auch ein bisschen Gitarre und Keyboard, aber Gesang ist wirklich mein’s!" Als sie das dem Jugend-KURIER erzählt, leuchten ihre Augen besonders - wie auf der Bühne bei dem überraschenden Gesangsfinale.
Checkerin: Ulrike Rangr organisierte viel und oftZuvor wurde erst einmal Film geschaut. Gezeigt wurde "Aya, Kais und Helena", gedreht von der Gruppe Bildnerische Erziehung der vorjährigen 7a des Gymnasiums Hagenmüllergasse.
Die Vielfalt und Buntheit der Kulturen in dieser Schule wird filmisch anhand von rund zwei Dutzend Schülerinnen und Schülern, Schulwart, Lehrkräften und Direktor lebendig.
Von ... bis
Schlagzeuger: Naturwissenschaftsfan Aristoteles RiedmannAllen wurden dieselben Fragen gestellt - von "was ist für dich Heimat?" über die Frage nach den prägenden Religionen bis zum schönsten und schlimmsten Erlebnis in der Schule oder was es eigentlich braucht, um glücklich zu sein.
Der Bogen der Antworten auf die religiösen Einflüsse spannt sich von Christentum und Islam über "gar keine" und "Vater katholisch, Mutter evangelisch" bis zu "die chinesische und japanische Philosophie" oder auch "christlich, aber durch meine starke Reisetätigkeit auch Islam und Buddhismus".
Literaturliebhaber: Kais Naiem"Egal, welche Religion einem als Kind raufgedrückt wird, man sollte seinen eigenen Glauben haben", meint im Film Kais Naiem.
In Wien aufgewachsen mit Deutsch und Paschtu, war der Liebhaber deutschsprachiger Literatur, der auch selbst Gedichte verfasst, "im Sommer bei Verwandten in Afghanistan - aber in keinem Krisengebiet. Und auch wenn die Leute dort nicht so eine Lebensgrundlage haben wie wir hier in Wien, sie haben andere Werte, die reich machen - Ehre und Respekt. Zum Beispiel kam eines Tages ein Bettler zum Haus meiner Verwandten und bat um ein bisschen Suppe, mehr wollte er gar nicht. Die haben ihn aber gleich wie ein Familienmitglied behandelt und aufgenommen."
Hinter der Kamera
Filmer: Manuel Jagschitz, einer an der KameraEiner der hinter der Kamera stand war Manuel Jagschitz. Der Fan von Religion, Turnen und Physik spielt auch gern und viel Fußball - als Tormann beim Rennweger SV. Am Filmprojekt interessierte ihn "schon vor allem das Thema. Heimat kann viel sein, das konnten wir, glaub‘ ich, gut zeigen". Beim und fürs Filmen gab’s - wie schon bei vorangegangenen Schulprojekten - professionelle Unterstützung durch Herbert Link, der stets "erstaunt ist, was unter diesen Rahmenbedingungen (Schule) doch alles möglich ist".
Die BE-Gruppe, die den Film produzierte, brauchte natürlich nicht nur Kameraleute, sondern nicht zuletzt viel Organisationstalente. "Ich hab mich vor allem um die Interviews gekümmert, dass alle immer rechtzeitig auch wirklich da waren. Und dass es vor dem Interviewraum nicht zu laut war." (Ulrike Ranger).
Auf Achse: Linda Pfefferová pendelte zum Dreh und in die SchuleDen längsten Anfahrtsweg der Filmcrew hatte sicher Linda Pfefferová. Sie pendelte täglich "seit der fünften Klasse von Bratislava in die Hagenmüllergasse".
Musikalisch beeindruckt in dem Streifen unter anderem Aristoteles Riedmann. Der Naturwissenschaftsfan legte sich am Schlagzeug kräftig rhythmisch ins Zeug.
DVD
Mit einem Profi drehten Jugendliche den FilmDer rund halbstündige Film - mit zwei starken Songs von Aya el Sayid - kann als DVD in der Schule erworben bzw. dort bestellt werden (12 Euro).
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