Trotz Beinbruchs rasch wieder auf die Piste
Skiverletzungen: Der Gips hat bald ausgedient: Brüche werden immer öfter verschraubt. Dadurch wird der Patient schneller wieder fit.
Brüche bei Skiunfällen sind keine Seltenheit.
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Im Jahr 2008 verletzten sich in Österreich 46.300 Skifahrer und 11.900 Snowboardfahrer. Für viele davon endete das Freizeitvergnügen im Krankenhaus.
In den vergangenen 20 Jahren haben sich die Operationstechniken jedoch stark verändert: "Unsere heutigen Methoden sind viel eleganter und angenehmer für den Patienten", sagt Prim. Michael Blauth, Leiter der Unfallchirurgie und Sporttraumatologie an der MedUni Innsbruck. Pro Wintersaison werden hier rund 3000 Ski-, 1500 Snowboard- und knapp 1000 Rodelunfallopfer verarztet. "Die unteren Extremitäten gipsen wir bei erwachsenen Patienten praktisch gar nicht mehr ein."
Durch minimal-invasive Operationsmethoden hat sich etwa die Behandlung von Knieverletzungen total verändert. "Als ich in den 1980er-Jahren als Turnusarzt begann, wurde ein Kreuzbandriss noch sechs Wochen lang eingegipst und bei einer Operation das ganze Gelenk aufgeschnitten", erinnert sich der Sportorthopäde Univ.-Prof. Stefan Nehrer, Vizerektor der Donau-Uni Krems. "Heute setzen wir nur mehr zwei Mini-Schnitte und können zielgenau operieren. So werden keine Muskeln verletzt, die Heilung erfolgt rascher." Diese arthroskopischen Methoden sind längst sehr ausgefeilt. "Heute werden fast alle Gelenksoperationen in Orthopädie und Traumatologie arthroskopisch durchgeführt." Rehabilitationexpertin Dr. Regina Erhart vom Moorbad Harbach, NÖ: "Je jünger der Patient, desto früher sollte die Reha starten."
Schrauben statt gipsen
lautet bei Knochenbrüchen immer öfter die Devise. Der Patient muss nicht mehr monatelang einen Gips tragen, wodurch weniger Muskelmasse verloren geht. Sogar selbst auflösende Schrauben werden bereits eingesetzt. "Der Vorteil ist, dass man sie nicht mehr operativ entfernen muss", sagt Nehrer.
Wenn der Bruch dennoch fixiert werden muss, kommen immer öfter leichte Kunststoff-Materialien statt Gips zum Einsatz. Aber auch sie werden möglichst rasch wieder entfernt und stattdessen unterstützende Bandagen verwendet.
Vorbeugen
Am wichtigsten ist aber auch beim Skifahren die Vorsorge: Ausreichend Kraft und Kondition sorgen dafür, dass das Unfall- und Verletzungsrisiko erheblich sinkt. "Muskeln sind elastisch, Bänder statisch. Trainierte Muskeln können einiges abfangen", sagt Sportorthopäde Nehrer.
Ideal ist es klarerweise, schon Monate vor Beginn der Saison konsequent zu trainieren. "Aber alles, was man die Tage vor dem Skifahren macht, zahlt sich schon aus. Seien es nur Kniebeugen", betont der Wiener Unfallchirurg Univ.-Prof. Christian Gäbler. "Die gute alte Skigymnastik hat noch immer ihre Berechtigung", ergänzt Nehrer. Am Beginn des Pistentages darf man nicht auf das Aufwärmen vergessen: Ein paar Mal die Beine anheben, die Knie beugen und die Arme bewegen. N ehrer empfiehlt auch Dehnen und abwechselndes Belasten der Knie bereits auf den Skiern, um die Muskeln zu aktivieren.
Zur Unfallverhütung trägt auch eine gute Ausrüstung bei: Die Kanten sollten in einem ordentlichen Zustand und die Bindung richtig eingestellt sein. "Unbedingt sollte ein Helm getragen werden", betont Gäbler. Rückenprotektoren seien hingegen nur dann notwendig, wenn man viel abseits der präparierten Pisten unterwegs ist.
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