Dienstag, 7. September 2010

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Wikileaks-Informant: Ruf nach Exekution

Waffenfunde: Zweifel an "Made in Austria" Zum Hauptartikel

Die in Afghanistan angeblich gefundenen Waffen österreichischer Herkunft könnten auch Kopien aus Pakistan sein.

Waffenfunde Die in Afghanistan gefundenen Granaten (Symbolbild) sahen anders aus als die Originale der Hirtenberger-Werfergranaten. DruckenSendenLeserbrief
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Wie kamen angebliche österreichische Granatwerfer, Werfergranaten und Handgranaten in die Hände von afghanischen Aufständischen? Und zwar jene Waffen, von denen in den von WikiLeaks veröffentlichten US-Armee-Berichten die Rede ist. Eine ähnliche Frage stellte sich schon beim Terroranschlag auf die indische Stadt Mumbai im November 2008, bei dem pakistanische Extremisten Handgranaten einsetzten, die aussahen wie die Produkte des oberösterreichischen Herstellers ARGES aus Schwanenstadt.

Der tatsächliche Hintergrund: ARGES gehört dem deutschen Rüstungsriesen Rheinmetall. Dieser hat nach Medienberichten Produktionsmaschinen an Pakistan verkauft. Die "Pakistan Ordnance Factories" bieten die Granaten nun zum Verkauf an - sogar mit dem Original-Aufdruck "ARGES". Die afghanischen Fundstücke könnten aber auch aus Bangladesch stammen, wo sie laut Amnesty International ebenfalls nachgebaut werden.

Zur Frage einer eventuellen Lizenzvergabe war weder bei ARGES noch bei Rheinmetall jemand erreichbar. Allerdings nimmt es auf dem Waffensektor niemand sehr genau mit Lizenzen. Auch die in Pakistan produzierten Maschinenpistolen, Sturmgewehre und Maschinengewehre sind originalgetreue Nachbauten der Waffen des deutschen Herstellers Heckler & Koch - produziert im Einverständnis mit den Deutschen, oder einfach ohne Lizenz abgekupfert.

Werfergranaten

Bei den inkriminierten Werfergranaten käme als einziger Hersteller die Hirtenberger Patronenfabrik infrage. Doch Hirtenberger-Chef Manfred Fischer kann die US-Berichte nicht nachvollziehen. Denn das dort angegebene Kaliber 82 mm gibt es bei österreichischen Granaten nicht. Und die LOS-Nummern stammen auch nicht aus österreichischer Produktion. Außerdem hat Hirtenberger wegen des Kaschmir-Konfliktes die gesamte Region als Absatzmarkt gemieden.

Es ist jetzt nur mehr eine Frage der Zeit, bis ein Steyr-Sturmgewehr bei den Aufständischen gefunden wird. Dieses würde dann vermutlich aus Australien stammen. Dort wird das STG77 in Lizenz für die australische Armee produziert und mit Unterstützung der USA an die pakistanische Armee exportiert. Von der pakistanischen Armee zu den Taliban ist es nicht weit.


Artikel vom 29.07.2010 18:01 | KURIER | Wilhelm Theuretsbacher


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