Dienstag, 7. September 2010

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Mutter gestand Tötung der Neugeborenen

In einem französischen Dorf wurden acht Babyleichen entdeckt. Die neuen Hausbesitzer waren im Garten auf Kinderknochen gestoßen.

Haus Das Haus der mutmaßlichen Eltern der toten Babys: Die Polizei sucht nach Spuren. DruckenSendenLeserbrief
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Nach dem grausigen Fund von acht Säuglingsleichen in dem kleinen Dorf Villers-au-Tertre in Nordfrankreich am Mittwoch hat die Mutter einem Medienbericht zufolge die Tötung ihrer Neugeborenen gestanden. Sie habe für ihre Tat zunächst keinen Grund angegeben, berichtete die Zeitung Le Parisien am Donnerstag.

Die 45-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Ehemann sollten am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Die neuen Bewohner ihres ehemaligen Hauses hatten bei Bauarbeiten Plastiksäcke mit zwei Babyleichen gefunden. Als die Ermittler die mutmaßlichen Eltern aufsuchten, gestand Dominique dem Zeitungsbericht zufolge spontan die Tötung von sechs weiteren Babys. Deren Leichen fanden sich im Garten des neuen Hauses. Das Paar hat zwei erwachsene Töchter und zwei Enkelkinder. Ob der Mann von den Schwangerschaften und den toten Kindern wusste, ist unklar. Er sei völlig benommen und spreche nur wenig, hieß es in Ermittlerkreisen.

Es scheint nicht ausgeschlossen, dass es noch weitere Babyleichen geben könnte. Nach Informationen des Senders RTL soll die Frau gestanden haben, seit 1988 etwa zehn Kinder nach der Geburt getötet zu haben.

Dorf unter Schock

Polizei In diesem Haus wurden die mutmaßlichen Eltern von der Polizei in Gewahrsam genommen.Die Bewohner des kleinen Dorfes im Norden Frankreichs zeigten sich geschockt von den Vorwürfen gegen die mutmaßlichen Eltern. Ein Nachbar beschrieb das Paar als "freundlich, hilfsbereit, höflich und taktvoll". Ein anderer Bewohner nannte die Verdächtigen "normale Leute", die sich in das Gemeindeleben eingebracht hätten: "Das ist unglaublich."

Der frühere Bürgermeister der Gemeinde, Daniel Collignon, sagte: "Ich bin geschockt." Normalerweise gehe es in Villers-au-Tertre "sehr ruhig, sehr ländlich" zu.


"Ganz normale Leute"

"Es waren ganz normale Leute", erzählen Nachbarn, die nicht glauben mögen, was sich nahezu unter ihren Augen abgespielt hat. Wenn sich die Aussagen bewahrheiten, wäre das der schlimmste Fall von Kindestötungen in Frankreich seit drei Jahrzehnten.

Die Frau ist so dick, dass eine Schwangerschaft kaum auffällt. Sie arbeitet als Krankenpflegerin. Ihr Ehepartner ist Zimmermann. Er gilt im Dorf als hilfsbereiter Heimwerker, der sofort kommt, wenn ihn jemand um Hilfe bittet. Im Gemeinderat sitzt er auch. Beide sind Mitglied des Festkomitees, das für den kommenden Samstag ein Dorffest organisieren wollte.

In den vergangenen Jahren hatten die beiden auf dem Bauernhof gewohnt, der den Eltern der Frau gehörte. Als diese gestorben waren, verkauften sie das Gelände und zogen innerhalb des Dorfes um. Als die neuen Besitzer im Garten eine Grube aushoben, machten sie den grausigen Fund: Plastiksackerln mit winzigen Knochen.

Phänomen Kindstötung

"Jemand, der so etwas tut, hat möglicherweise den Wunsch, schwanger zu sein ohne gebären zu wollen", sagte der Psychiater Pierre Lamothe, der sich mit dem Phänomen der Kindstötungen beschäftigt. Aber es zeige auch, dass niemand etwas habe bemerken wollen. "Man fragt sich, wie das so viele Male geschehen konnte. Die Blindheit scheint sich auf die Familie und die Nachbarn ausgedehnt zu haben", fügte er hinzu. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Mütter ihre getöteten Kinder in der Nähe bestatteten. "Es ist eine Art, sie bei sich zu behalten", sagte er.

In Frankreich war im März eine 38-jährige Frau zu 15 Jahren Haft für die Tötung von sechs ihrer Kinder verurteilt worden. Eine Französin, die drei Babys getötet und in ihre Tiefkühltruhe gelegt hatte, hatte im vergangenen Jahr acht Jahre Haft bekommen.

Artikel vom 29.07.2010 12:01 | apa, afp | mn


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