Donnerstag, 9. September 2010

» Registrieren / Anmelden

Rätselraten um angebliche Spione

Beer: "Tummelplatz für Spione" Zum Hauptartikel

Siegfried Beer ist Leiter des Österreichische Zentrums für Geheimdienst, Propaganda und Sicherheitsstudien an der Universität Graz und der führende Spionage-Experte Mitteleuropas.

Siegfried Beer Die geheime Welt der Agenten: Der österreichische Experte Siegfried Beer erforscht sie seit Jahren. DruckenSendenLeserbrief
kommentieren Bookmark and Share
Der KURIER sprach mit dem Zeithistoriker Siegfried Beer über ...
... Spionage einst und jetzt In Wirklichkeit hat sich gar nicht so viel verändert seit der Zeit des Kalten Krieges (der 1989 endete). Für die Russen sind die USA weiterhin der Hauptgegner. In den 1990er-Jahren hat es ja kaum einen russischen Premier ohne Geheimdienst-Hintergrund gegeben. Und auch der jetzige Regierungschef Putin kommt aus dem KGB.

... das Ausmaß der russischen Spionagetätigkeit
Die Russen haben ausgeprägtere Ängste als die Amerikaner, deshalb ging man früher von einem "Agenten"-Verhältnis von zehn zu eins aus. Daran hat sich wohl auch nicht viel geändert. Nachdem Russland nicht mehr so ein strikter Polizeistaat ist, wurden viele Inlandsgeheimdienst-Mitarbeiter in die Auslandsabteilung verlagert.

... die Ziele der Spionage Hier gab es schon Veränderungen: War sie früher primär ideologisch motiviert, geht es heutzutage auch oft um Wirtschafts-, Wissenschafts-, Technik- und Unternehmensspionage.

... die Methoden der Dienste Hier gibt es die ganze Bandbreite: Vom klassischen Schläfer (der jahrelang unauffällig bleibt, ehe er für eine spezielle Mission "erweckt" wird) bis hin zu moderner Cyber-Spionage. Generell kann man sagen, dass die Kommunikation durch das Internet erleichtert wurde - es werden ständig Spezialprogramme entwickelt.

... den neuen Player China Auf dem Weg zur Großmacht sind jetzt auch die Chinesen im Bereich der Intelligence viel stärker präsent. Das macht die Sache noch viel komplexer, unter anderem auch deswegen, weil es auf diesem Feld keine historischen Erfahrungen gibt.

... die Agenten-Drehscheibe Wien Wie zur Zeit des Kalten Krieges ist die Bundeshauptstadt auch heute noch ein Tummelplatz für Spione aus aller Herren Länder. Schätzungen zu Folge gibt es tausende, wenn nicht zehntausend.

... die österreichischen Geheimdienste Was die Bürger-Einbindung angeht, haben alle drei Dienste (Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, Heeresnachrichtenamt, Abwehramt) die Entwicklung voll verschlafen. Während das FBI die US-Bürger um aktive Mitarbeit bittet, haben die heimischen Dienste nicht einmal eine eigene Homepage.


Artikel vom 29.06.2010 20:11 | KURIER | Walter Friedl


Postings (Netiquette)

Um einen Artikel kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

Die Registrierung/Anmeldung auf KURIER.at ist kostenlos, ermöglicht Ihnen aber die Nutzung praktischer Funktionen – zum Beispiel:

  • Erinnerung an den Beginn Ihrer TV-Lieblingssendungen
  • Aktivieren von Merklisten und Suchagenten für immoKURIER
  • Posten von Kommentaren
  • Teilnahme an Gewinnspielen oder
  • Empfang von Newslettern

Anmeldung


Ich bin noch nicht registriert.
Ich bin registriert, mein Passwort lautet:
» Ich habe mein Passwort vergessen


Kommentare werden geladen...


Werbung