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Dienstag, 16. März 2010

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Costa Rica: Mordalarm um zwei Steirer

Zwei Abenteurer wollten die Rente genießen. Nun werden sie vermisst. Im Haus des einen fand man Blutspuren.

Costa Rica Zwei Österreicher werden in Costa Rica vermisst. DruckenSendenLeserbrief
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Die Spur verliert sich am Rio Tigre bei Puerto Jimenez. Zwei gebürtige Knittelfelder werden seit Anfang Jänner in Costa Rica vermisst. "Es gibt massive Hinweise auf ein Gewaltverbrechen", bestätigt der steirische Mordermittler Anton Kiesl.

Die beiden Pensionisten verband ihre Leidenschaft fürs Weltenbummeln. Horst Hauser, 67, hatte als ehemaliger Voest-Arbeiter jahrelang gespart und sich einen Traum verwirklicht. Er baute sich ein Haus mitten in einem Naturpark auf einer dünn besiedelten Halbinsel an der Grenze zu Panama. Herbert Langmeier, 65, auch als Goldgräber weltweit unterwegs, erwarb ein kleines Anwesen in der Nähe der Hauptstadt San Jose.

Bandit eingenistet

In Hausers Bleibe könnte es zu einem Blutverbrechen gekommen sein. Eingenistet habe sich dort ein ortsbekannter "Bandit", gibt Anton Kiesel den Informationsstand der Kollegen in Costa Rica wieder. "Man hat Blutspuren im Haus und im Garten entdeckt. Wände waren frisch übertüncht."

Der Verdächtige verwickelte sich in Widersprüche. Hausers Auto will er geschenkt bekommen haben. Die Abwesenheit des Hausbesitzers erklärte er mit einer Goldwäschertour. "Auf die Frage, warum er 28-mal mit der Bankomatkarte Geld von Hausers Konto behoben hat, gab er keine schlüssige Antwort", schildert der steirische Ermittler.


Fragwürdige Umstände

Ins Rollen gebracht hatte die Fahndung nach den Vermissten Hans Hauser, der im steirischen Spielberg wohnhafte Bruder. "Es war ausgemacht, dass sich Horst alle 14 Tage telefonisch bei uns zu Hause meldet. Der letzte Kontakt war zwei Tage vor Weihnachten." Hans Hauser reiste nach Costa Rica, nachdem ein gebürtiger Deutscher von dort angerufen und über fragwürdige Umstände alarmiert hatte.

Von beiden Vermissten fehlen alle Dokumente. Beide führen generell kein Handy mit sich. "Langmeier hätte sich regelmäßig bei heimischen Behörden melden müssen, wegen der Rentenüberweisung." Das ist für Kiesl ein weiteres Indiz dafür, dass die Männer nicht zu einer Abenteuerreise aufgebrochen sind.

Drogeneinzugsgebiet

Laut Angaben des Bruders ist die Gegend um Porto Jimenez ein bekanntes Drogeneinzugsgebiet. Ein Motiv für einen Raubmord in diesem Milieu schließt Honorargeneralkonsul Manfred Maurer nach derzeitigem Ermittlungsstand aber aus. Erst Dienstag habe es ein Treffen mit den lokalen Sicherheitsbehörden gegeben. "Die Zeit läuft uns davon."

Hans Hauser hatte seit Wochen über das Auswärtige Amt und das Konsulat in Costa Rica interveniert, "dass die Exekutive wirklich mit Nachdruck ermittelt".
"Wir in der Familie sind in einem Schockzustand", beschreibt Hauser. Er pflegt die schwerkranke betagte Mutter. "Sie bekommt Gott sei Dank nichts von den Aufregungen mit." Sein Bruder habe sich den Traum von einem spannenden Rentnerdasein erfüllt. "Hoffentlich hat er das nicht mit dem Leben bezahlt. Horst und Herbert sind seit zehn Jahren gemeinsam unterwegs."

Artikel vom 10.02.2010 19:54 | KURIER | Ulrike Jantschner


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