Iran: Moussavi "zum Märtyrertum bereit"
Irans Opposition gibt Kampf nicht auf Zum Hauptartikel
In Teheran kam es wieder zu schweren Zusammenstößen. "The Times" kürte die im Sommer erschossene Studentin Neda zur "Person des Jahres".
Neue Machtprobe zwischen Regierung und Opposition in Teheran.
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Bei Protesten im Iran ist es am Samstag erneut zu schweren Zusammenstößen zwischen Regierungskritikern und der Polizei gekommen. Nach Angaben der oppositionellen Internetseite Jaras gingen die Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Teheran massiv gegen Demonstranten vor, die eine traditionelle Trauerkundgebung nutzten, um Präsident Mahmoud Ahmadinejad und dessen umstrittene Wiederwahl im Juni erneut öffentlich zu kritisieren. Sie skandierten Parolen gegen die Regierung", darunter "Tod dem Diktator".
Zahlreiche Autofahrer bekundeten ihre Sympathie mit den Demonstranten, indem sie jedes Mal hupten, wenn die Polizisten gegen die Kundgebungsteilnehmer vorgingen. Kleinere Gruppen von Regierungsgegnern versammelten sich am Samstag auch vor der Universität von Teheran, auch dort wurden die Proteste sofort unterbunden und mindestens zwei Demonstranten von der Polizei abgeführt.
Die reformorientierte Website Rahesabs berichtete, in der Innenstadt seien Revolutionsgarden und Mitglieder der Basij-Miliz im Einsatz. Sie gingen mit Tränengas und Pfefferspray gegen Demonstranten vor und schlugen Scheiben von Autos ein, deren Fahrer die Demonstranten mit Hupkonzerten unterstützten.
Montazeris Tod
Im Iran haben sich die Spannungen zwischen Opposition und Regierung zuletzt wieder deutlich verschärft, nachdem am vergangenen Wochenende der regierungskritische Großajatollah Ali Montazeri im Alter von 87 Jahren gestorben war. Der Geistliche war eine Art Mentor der Reformbewegung und galt als einer der schärfsten Kritiker Ahmadinejads.
Die Gedenkfeiern könnten der Protestbewegung nun einen neuen Höhepunkt verschaffen. Gemäß schiitischer Tradition dürften sie am Sonntag - dem siebten Tag nach dem Tod des Geistlichen - einen ersten Höhepunkt erreichen, der mit dem religiösen Feiertag Aschura zusammenfällt.
Die umstrittene Wiederwahl Ahmadinejads hatte wochenlange Proteste ausgelöst und die Islamische Republik in die schwerste Krise seit der Revolution und dem Sturz des Schah-Regimes vor 30 Jahren gestürzt. Zahlreiche Oppositionelle wurden festgenommen; ihnen wird vor einem Sondertribunal in Teheran der Prozess gemacht.
Nedas Kür
Neda Agha-Soltan wurde zum Symbol für Widerstand.Auf dem Höhepunkt der Proteste war die Studentin Neda Agha-Soltan in Teheran erschossen worden. Die britische Zeitung The Times kürte die 26-Jährige zur "Person des Jahres". Sie sei zum "weltweiten Symbol des Widerstands gegen die Tyrannei" geworden, erklärte die Redaktion am Samstag. Die junge Studentin habe sich den Protesten angeschlossen aus Wut darüber, "wie das Regime die Präsidentschaftswahl stahl". Im Internet kursierende Bilder der sterbenden jungen Frau hätten "die letzten Reste von Legitimität des Regimes" zerstört und den Widerstand der Opposition weiter entfacht.
Ahmadinejads Ansage
Präsident Ahmadinejad beschimpfte europäische Politiker indessen als "dumm". "Diese Politiker wissen weder was über Politik noch über Geschichte", zitierte die Agentur Fars am Samstag den Präsidenten. Einer sei "dümmer als der andere". So würden die Politiker etwa denken, man könne mit dem Verbot von Minaretten dem islamischen Glauben Einhalt gebieten. "Sie verstehen nicht, dass nicht die Minarette die Menschen zu Gläubigen machen, sondern der Glaube der Menschen die Minarette entstehen lässt."





