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Der Schaf-Killer aus Tirol war ein Wolf

Nach Bären und Luchsen kommen nun auch Wölfe ins Land. Ein Zuwanderer aus Italien wurde in Tirol identifiziert.

wolf im schnee Freie Wildbahn: Im Winter muss sich ein Wolf auf Nahrungssuche an Wildtiere halten, die Schafe sind im Stall DruckenSendenLeserbrief
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Kommissar DNA hat auch bei Wölfen den Durchblick. Genetische Untersuchungen in einem Speziallabor in Lausanne in der Schweiz bestätigten jetzt den Verdacht, ein Wolf sei für den Tod von zwölf Schafen in der Gemeinde Imsterberg in Tirol Ende Oktober verantwortlich. Das Tier soll aus einer aus Italien zugewanderte Population stammen.

Schafzüchter Stefan Schnegg, 70, aus Imsterberg, hatte damals seine insgesamt 22 Tiere über Nacht auf der Bergweide gelassen. Am nächsten Morgen berichteten ihm Nachbarn von gerissenen Tieren. Im Lauf einer Woche wurden dann zwölf tote Schafe entdeckt, einige weit vom ersten Fundort.

Rudel

Schnegg: "So viele Schafe kann nicht nur ein Wolf gerissen haben, es müssen mehrere sein. Ein anderer Schafzüchter hat auf einer Bergwiese auch drei Wölfe gesehen. Jetzt, wo die Schafe alle in den Ställen sind, werden sie sich wahrscheinlich an das Rotwild halten und bei Wildfütterungsplätzen lauern. Mit den Schafen und dem Almvieh wird es erst im Frühjahr wieder heikel, man wird sich etwas überlegen müssen." Über Schadenersatz wird derzeit noch beraten. Für von Bären oder Luchsen gerissene Tiere gibt es Schadenersatz. Für Verluste durch Wölfe gibt es vorerst noch keine gesetzliche Regelung. Der Bürgermeister von Imsterberg, Alois Thurner, bemüht sich jetzt um eine Klärung der Frage. Schließlich fürchten seine Bürger weitere Probleme. Auch im nahen Pitztal gab es heuer schon gerissene Schafe. Wegen des schlechten Zustandes der Kadaver konnte die Beteiligung von Wölfen aber nicht nachgewiesen werden. Auch in Vorarlberg und in der benachbarten Schweiz wurden in der letzten Zeit Wölfe gesichtet.

In Tirol gilt der Imsterberg-Wolf als die erste bestätigte Wolfsexistenz seit 53 Jahren. Die Landesveterinär-Behörde und der nun auch für Wölfe zuständige Bären-Beauftrage MartinJanovsky ersuchen um schriftliche Berichte und Fotos von glaubwürdigen Sichtungen an die eMail-Adresse: martin.janovsky@tirol.gv.at .


Raubtier Wolf: Die Rückkehr eines Mythos nach Mitteleuropa

Canis Lupus Der Wolf ist ein Raubtier aus der Familie der Hunde (Canidae). Wölfe leben und jagen im Rudel. Hauptbeute sind gewöhnlich mittelgroße bis große Huftiere, aber auch Hasen und Mäuse. Ein frei lebender Wolf kann innerhalb von 24 Stunden bis zu 12,5 Kilo Fleisch verzehren.

Geschützt Wölfe sind in Österreich und den Nachbarländern ganzjährig geschützt und dürfen nicht geschossen werden. Sie gehören zu den gefährdeten Arten. Größere Populationen gibt es in Italien, Polen, Kroatien und der Slowakei. In Österreich und Deutschland wurden in den letzten Jahren hin und wieder einzelne Exemplare gesichtet.

Artikel vom 28.11.2009 16:45 | KURIER | Ilse Schmid


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