China nennt erstmals Klimaziele
Chinas Führung legt überraschend ein konkretes Angebot zur Reduktion des Ausstoßes bis zum Jahr 2020 vor.
Umweltschutz ist auch in China kein Fremdwort mehr. Besucher ein Umweltmesse informieren sich über umweltschonende Möglichkeiten, Energie zu sparen.
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Knapp zwei Wochen vor Beginn des UN-Weltklimagipfels in Kopenhagen lässt China aufhorchen: Peking will verglichen mit 2005 den Kohlendioxid-Ausstoß pro erwirtschafteten Yuan um 40 bis 45 Prozent bis zum Jahr 2020 verringern. Das heißt: Je mehr Chinas Wirtschaft wächst, um so stärker will Peking die Treibhausgase drosseln.
Diese "freiwillige Maßnahme" auf Basis der nationalen Bedingungen sei "ein großer Beitrag zum globalen Kampf gegen den Klimawandel", beteuerte Chinas Regierung am Donnerstag und kündigte an, dass Premier Wen Jiabao selbst nach Kopenhagen reisen werde.
Die Koppelung an das BIP ist international nicht üblich, daher ist das Vorhaben nur schwer mit den Plänen anderer Staaten zu vergleichen. "Nach unseren ersten Berechnungen bedeutet das ein Minus von zwölf, 13 Prozent im Vergleich zur bisherigen Entwicklung des -Ausstoßes von China", sagt Bernhard Obermayr, Klimaexperte von Greenpeace Österreich, gegenüber dem KURIER. China, das weltweit am meisten in die Luft schleudert, würde demnach der Umwelt 1,2 Gigatonnen des Treibhausgases ersparen. Um das zu erreichen, plant das Reich der Mitte den massiven Ausbau der Atomkraft, der Wasser-, Wind- und Sonnenenergie.
"Das ist nicht schlecht, aber Peking könnte noch mehr machen - vor allem, wenn es finanzielle und technologische Unterstützung bekommt", sagt Obermayer. Er ist durchaus optimistisch, dass Wen Jiabao bei den Verhandlungen in Kopenhagen "noch etwas drauflegen wird".
Auch Kim Carstensen vom WWF bezeichnet Chinas Vorhaben allein schon angesichts der Größe des Landes als "alles andere als trivial". Carstensen schätzt die möglichen Einsparungen gar auf mehrere Gigatonnen.
Hingegen gibt Dieter Drexel von der Industriellenvereinigung zu bedenken, dass die Führung in Peking von freiwilligen Maßnahmen gesprochen hat. "Die rechtliche Verbindlichkeit ist gleich null", so der Fachmann.
Ebenfalls überraschend hatte sich am Mittwoch US-Präsident Barack Obama auf Zahlen festgelegt. Sein Land werde die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 17 Prozent gegenüber 2005 senken. Die EU kritisiert jedoch, dass dies nur ein Minus von mageren vier Prozent gegenüber dem Jahr 1990 bedeute. Und diese vier Prozent, glaubt Greenpeace-Mann Obermayr, erreichten die USA vermutlich allein durch die Wirtschaftskrise.
Klimagipfel: Die angepeilten Ziele
Beim Klimagipfel in Kopenhagen (7.-18. Dezember) verfolgen die teilnehmenden Staaten unterschiedliche Ziele. Die Vereinigten Staaten wollen ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um 17 Prozent (Vergleichsjahr 2005) senken.
EU Die EU plant, die Emissionen bis 2020 um 20 % zu verringern, wobei sie das Jahr 1990 zum Vergleich heranziehen. Bis 2020 sollen die -Emissionen um fast 40 Prozent (in Bezug auf 2005) gesenkt werden.



