Berlin: Die Mauer fiel zum zweiten Mal
Vom Mauerfall zur gelungenen Einheit Zum Hauptartikel
Die große Mehrheit der Deutschen zieht 20 Jahre nach dem Auslöser der Wiedervereinigung eine positive Bilanz.
Das einstige Ostdeutschland ist nach 20 Jahren im Westen angekommen – trotz aller Probleme.
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Bei keinem Jubiläum des Mauerfalls diskutierte die deutsche Öffentlichkeit so intensiv das Gelingen der Deutschen Einheit wie diesmal. Dabei wird die Einschätzung der Realität doch langsam positiver, obwohl die Schlagzeilen vieler deutscher Medien zu diesem historischen Datum das Negative eher betonen.
Dies gilt für Stimmungsumfragen wie für Beurteilungen der wirtschaftlichen Lage. Eine aktuelle Umfrage des Leipziger Instituts für Marktforschung machte am Sonntag damit Schlagzeilen, dass "jeder achte Deutsche die Mauer zurückwill". Vor allem Arbeitslose und Wähler der "Linken", der Nachfolgepartei der DDR-Staatspartei SED, bedauern die Wiedervereinigung. Dabei sind die Unterschiede zwischen Ost und West gering.
Glücksfall
Tatsächlich sehen acht von zehn der repräsentativ Befragten das Ende der DDR als "Glücksfall", zwei Drittel finden auch , dass die Wiedervereinigung "gut gelungen" ist. Dies deckt sich mit anderen Umfragen der letzten Tage. Danach nähert sich die Zufriedenheit der Ostdeutschen in allen wichtigen Kriterien langsam aber stetig jener der Westdeutschen an.
Das hat handfeste Gründe: Der Lebensstandard ist im Osten heute fast so hoch wie im Westen, der auch in sich selbst große Unterschiede aufweist. Mit Ausnahme von Spareinlagen und Wohnungseigentum gibt es keinen signifikanten Vorsprung der Westler mehr.
Auch in der Wirtschaft ist die Stimmung schlechter als die Realität: Sie hat sich in den neuen Bundesländern rascher erholt als 1989 vorstellbar war. Die letzte Woche veröffentlichte Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IDW) rechnet damit, dass 2010 die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung im Osten 70 Prozent der im Westen erreicht. Das ist rascher, als nach dem Zusammenbruch der total überschätzten DDR-Wirtschaft befürchtet worden war und rascher als bei allen historischen Vergleichskriterien.
Zwölf Jahre bis zum Gleichstand
Auch wenn die Arbeitslosigkeit noch doppelt so hoch sei wie im Westen und der Anstieg der Produktivität im Osten flacher werde, sei in zwölf Jahren mit Gleichstand zu rechnen, so IDW- Chef Michael Hüther. Dass dies öffentlich nicht wahrgenommen
werde, hänge am "deutschen Pessimismus".
Wie dies neben der großen Anpassungsleistung der Ostdeutschen gelang, sagt eine am Vorabend des Jahrestags präsentierte Studie des Deutschen Wirtschaftsforschungsinstituts: Danach hat der Westen bisher 1300 Milliarden Euro in die neuen Bundesländer gepumpt - ein historisch einmaliger Wohlstandstransfer.
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