Die Impf-Offensive startet
Heute begann die Schweinegrippe-Impfaktion für Risikogruppen. Bundespräsident Heinz Fischer krempelte als einer der ersten den Ärmel hoch.
Heinz Fischer: "Wenn die Nadel kommt, dann schau ich weg."
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Lange Warteschlangen, überlastete Hotlines, zu wenig Impfstoff: Das war das Bild vergangene Woche beim Start der Impfaktion gegen die Schweinegrippe in weiten Teilen Deutschlands. Zumindest zu wenig Impfstoff sollte es heute beim Beginn der Aktion in Österreich nicht geben.
Bundespräsident Heinz Fischer ging gleich am Montagmorgen mit gutem Beispiel voran: Kurz vor Arbeitsbeginn ließ er sich vom Wiener Universitätsprofessor Leopold Öhler in der Präsidentschaftskanzlei immunisieren. Er entschied sich für die Impfung, "weil mir gesagt worden ist, dass die Vorteile überwiegen und es sinnvoll ist", erklärte der Bundespräsident.
Nervös wegen der Spritze zeigte sich der Bundespräsident nicht: Er habe keine Impfangst, sagte Fischer. Er setzte sich tapfer mit aufgekrempeltem Ärmel hin und scherzte mit den Fotografen: Wenn die Nadel kommt, "dann schau ich weg." - "Ja, schau mich an", lächelte seine Frau, Margit Fischer, die sich ebenfalls der Immunisierung unterzog. Ob er sich nach der Impfung anders fühlt? "Nein, ich bin schon oft geimpft worden und es war nie anders", sagte der Bundespräsident.
Auch Schutz der Mitmenschen
Wie hoch die Impfbereitschaft der Österreicher sein wird, ist derzeit noch unklar. In Deutschland stieg sie mit der Zahl der Todesfälle."Die Impfung gegen das H1N1-Virus ist essenziell. Denn wer selbst gegen die Neue Grippe geimpft ist, schützt in weiterer Folge seine Mitmenschen", appelliert Ärztekammerpräsident Walter Dorner. Nach Impfung der Risikogruppen sollte sich auch die restliche Bevölkerung möglichst zahlreich an der Immunisierung beteiligen. Dorner: "Nur mit einer hohen Durchimpfungsrate können wir effizient gegen diese neue Erkrankung vorgehen."
Zu den Risikogruppen gehören: Personen vom 6. Monat bis zum 49. Lebensjahr mit Grunderkrankungen; Schwangere ab der 15. Woche (sowie Angehörige); Enge Angehörige von Kindern unter sechs Monaten mit Grunderkrankungen.
"Wir wissen selbst nicht, wie groß die Nachfrage sein wird", sagt Prim. Reinhard Marek, ärztlicher Direktor der Wiener Gebietskrankenkasse. In Deutschland steigt die Impfbereitschaft mit der Zahl der Todesfälle - bisher neun, darunter zwei zuvor völlig gesunde Menschen.
In den Gesundheitszentren der Wiener Gebietskrankenkasse arbeiten in zwei Schichten (7 bis 12 und 12 bis 17 Uhr) jeweils zwei Impfteams - bestehend aus Verwaltungspersonal, Krankenschwester und Arzt.
"Maximal 200 Impfungen pro Tag sind einem Arzt zumutbar", betont Marek. Der Impfstoff ist nur in Fläschchen zu je zehn Dosen verfügbar - er muss händisch in die Spritze aufgezogen werden. Insgesamt gibt es mehr als 130 Impfzentren.
So läuft die Impfung ab: E-Card vorweisen, Rezeptgebühr (4,90 €) zahlen (Nichtversicherte zahlen 8 €).
Vor der Impfung muss ein Info-Blatt durchgelesen und eine Einverständniserklärung unterschrieben werden.
Offene Fragen werden kurz im Anamnesegespräch besprochen. "Man sollte aber möglichst viel vorab mit dem Hausarzt klären, um bei der Impfung Zeit zu sparen", betont Marek.
Impfung in den Oberarm. Als Bestätigung erhält man eine Impfkarte mit dem Datum der ersten Teilimpfung, den Impfpass benötigt man nicht. Diese Impfkarte muss man bei der zweiten Teilimpfung (frühestens nach drei Wochen) mitnehmen. Möglicherweise reicht auch eine Teilimpfung aus - das wird die Zulassungsbehörde aber erst nach Vorliegen weiterer Daten zur Wirksamkeit entscheiden.
Nach der Impfung sollte man noch ca. 15 Minuten im Vorraum warten - damit im Falle eines (extrem seltenen) allergischen Schocks sofort eine Behandlung möglich ist.
Hotline: 050 555 555




