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Rauchverbot senkt Herzinfarkt-Rate

Neue Studien belegen: Der Bann von Rauchern in öffentlichen Räumen verringert das Herzkreislauf-Risiko.

Rauchfreie Zone in einem Einkaufszentrum   Rauchfreie Zone: Studien belegen, dass Rauchverbote in der Öffentlichkeit die Herzinfarkt-Rate deutlich senken. Der größte Nutzen stellt sich bei Jugendlichen und Nichtrauchern ein. DruckenSendenLeserbrief
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Das erste Land der EU, das ein generelles Rauchverbot wagte, war Irland.

Seit März 2004 ist auf der grünen Insel das Rauchen in allen Lokalen, Restaurants, Pubs und Cafes sowie am Arbeitsplatz verboten. Für manche überraschend, gab es in Irland keine Tumulte in den Bars, keine Aufstände auf den Straßen, nichts. Ganz im Gegenteil: Die Menschen begannen das rauchfreie Umfeld zu schätzen.

Es folgten Schweden und Frankreich, Großbritannien, selbst in Italien gibt es strenge Rauchverbote. Die meisten EU-Staaten - darunter auch Österreich - haben zwar ebenfalls Rauchverbote erlassen, diese werden jedoch weit weniger streng verfolgt.

Weltweit gibt es in über 80 Staaten Beschränkungen für Raucher, so etwa in den USA, in Australien oder nun auch in der Türkei. Doch hat sich die Gesundheit der Menschen verbessert, wie das die Wissenschaft prophezeit hat?

Studie

Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren Untersuchungen durchgeführt. Im Journal of the American College of Cardiology, der Bibel der Herz-Fachärzte, wurde nun eine zusammenfassende Überprüfung präsentiert.

Das Ergebnis der Studie von Professor David Meyers ist eindeutig: In elf wissenschaftlichen Berichten aus zehn unterschiedlichen Regionen, vor allen in Europa und den USA, zeigte sich eine Verringerung der Herzinfarkt-Rate von durchschnittlich 17 Prozent.




Meyers bekräftigt, dass insgesamt über 215.000 kardiologische Diagnosen in die Studie eingeflossen sind. Der größte Effekt wurde bei Jugendlichen und Nichtrauchern festgestellt.

Fazit der Studienautoren, das von einigen wenigen Medizinern dennoch bezweifelt wird: Rauchverbote in allen öffentlichen Räumlichkeiten und am Arbeitsplatz stehen in engem Zusammenhang mit einer Verringerung der Herzinfarkte. Ob sich auch die Krebsrate verringert, ist in diesem kurzen Beobachtungszeitraum wissenschaftlich noch nicht überprüfbar (siehe Interview).

Auswirkungen

Für Europa würde das Studienergebnis bedeuten, dass bei einer strikten Auslegung der Rauchverbote bis zu 200.000 Menschen pro Jahr ein Herzinfarkt erspart werden würde.

Laut EU-Kommission ist Rauchen die häufigste Ursache für vermeidbare Todesfälle in der Europäischen Union. 650.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Tabakkonsums, rund 80.000 Menschen werden Opfer des Passivrauchens.

Aus Brüssel können nur Empfehlungen an die nationalen Regierungen und deren Gesundheitsbehörden kommen, zuletzt von Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou, die in Brüssel für ein rauchfreies Europa bis 2012 warb.

Laut einer kürzlich erstellten Eurobarometer-Umfrage sind 25 Prozent der EU-Bürger Raucher, fünf Prozent gelegentliche Raucher.

Anders als die Haltung der Politiker ist die überwiegende Meinung der EU-Bürger: Rund 80 Prozent befürworten laut Umfrage die Rauchverbote. Das sollte Gesundheitspolitikern zu denken geben. "Es hat sich viel getan, wenn man bedenkt, dass Rauchen einst als glamourös galt", betont Vassiliou.

Artikel vom 09.11.2009 06:34 | KURIER | Bernhard Gaul


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