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Iran: Wieder Proteste auf den Straßen

Zwischen Oppositions und Polizei kam es in Teheran zu heftigen Randalen. Tausende Anhänger Moussavis waren unterwegs.

demo in teheran Der Protest knüpft an die Demonstrationen von Juni an. DruckenSendenLeserbrief
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Hunderte Anhänger des unterlegenen iranischen Präsidentschaftskandidaten Mir-Hossein Moussavi haben in der Früh in Teheran wieder gegen die konservative Regierung protestiert. Der Protest fand am Rande einer offiziellen anti-amerikanischen Demonstration zum 30. Jahrestag des Sturms auf die US-Botschaft in Teheran statt. Die Polizei mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die Oppositionsanhänger vor, die Parolen wie "Allah ist groß" und "Tod dem Diktator" riefen.

Augenzeugenberichten zufolge gingen tausende Menschen auf die Straße, um für Moussavi zu protestieren. Er war Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad im Juni in einer weithin als manipuliert kritisierten Präsidentenwahl unterlegen. Einer oppositionellen Internet-Seite zufolge gaben die Polizisten Schüsse auf die Protestierenden ab. Einige Menschen seien dabei verletzt worden, berichtete die Website "Mowjcamp". Am Protest habe auch der Präsidentschaftskandidat Mehdi Karroubi teilgenommen. Augenzeugen zufolge wurden mindestens fünf Personen von den Sicherheitskräften festgenommen.

Nach der Wahl hatte es tagelange Massenproteste in Teheran gegeben. Die Oppositionellen knüpften dabei an die Form der Proteste an, die im Jahr 1979 zum Sturz des Schah und zur Islamischen Revolution führten.

Anti-US-Tag

Am 4. November 1979 hatten iranische Studenten die US-Botschaft in Teheran besetzt und die Mitarbeiter 444 Tage als Geiseln genommen. Die USA unterhalten seither keine diplomatischen Beziehungen mehr zu Teheran. Vor dem Gebäude, das jetzt von den Revolutionswächtern genutzt wird, kommen jedes Jahr mehrere tausend Demonstranten zusammen, verbrennen US-Flaggen und skandieren anti-amerikanische Parolen.

US-Präsident Barack Obama bekräftigte in einer Erklärung seinen Willen, einen Neuanfang in den Beziehungen zum Iran zu wagen. Die USA wollten die Vergangenheit hinter sich lassen und eine auf "gegenseitigen Interessen und Respekt" basierende Beziehung zum Iran aufbauen, sagte Obama. Die iranische Regierung müsse nun entscheiden, "ob sie den Blick weiter in die Vergangenheit richtet oder Entscheidungen trifft, um die Türen zu größeren Möglichkeiten, Wohlstand und Gerechtigkeit für ihr Volk aufzustoßen".


Gleichzeitig heftiges Erdbeben

Ebenfalls am Morgen hat es im Süden des Landes ein Erdbeben der Stärke 4,9 gegeben. Dabei sind mehr als 700 Menschen verletzt worden. Laut einem Bericht des staatlichen Rundfunks rannten die Bewohner der Hafenstadt Bandar Abbas in Panik auf die Straßen, als die Erde bebte. Strom- und Telefonleitungen waren unterbrochen.



Artikel vom 04.11.2009 10:38 | apa | csm


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