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Türken fällt die Integration schwerer Zum Hauptartikel
Eine Studie zeigt, dass sich Migranten in Österreich meist gut integrieren. Ausnahme sind die Türken. Aber auch bei den Österreichern mangelt es oft an Akzeptanz.
Eine Studie zeigt, warum sich Migranten mit türkischen Wurzeln am wenigsten anpassen.
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Sie fühlen sich benachteiligt. Die Gesetze des Islam sind ihnen wichtiger als die des Staates. Sie haben wenig Kontakt zur Mehrheitsbevölkerung. Und sie konsumieren vor allem Medien aus ihrer Heimat. Menschen mit türkischen Wurzeln integrieren sich in Österreich tendenziell viel schlechter als solche mit anderem Migrationshintergrund. Das belegt eine Studie, die das Gfk -Institut im Auftrag des Innenministeriums erstellt hat und die dem KURIER vorliegt.
Vorbehalt
"Bei den jungen Türken gibt es Ansätze zu einer Subkultur-Bildung." Peter Ulram, Meinungsforscher"Die Mehrheit der Migranten in Österreich fühlt sich gut integriert und ist bereit, sich an die Regeln zu halten. Unter den Türken gibt es aber nicht unbeträchtliche Vorbehalte", erklärt Studienautor Peter Ulram. Das sei vor allem bei jenen 58 Prozent der Türken der Fall, die politisch-religiös motiviert sind. Gerade bei den Jungen gebe es "Ansätze zu einer Subkultur-Bildung", analysiert Ulram.
Mehr als die Hälfte der türkischen Migranten wünscht sich, dass das islamische Recht in das österreichische Justizsystem einfließt. Für fast drei Viertel ist die Befolgung der Gebote der Religion wichtiger als die Demokratie. Fast die Hälfte stimmt damit überein, dass man "an den vielen Kriminellen in Österreich sieht, wohin die Demokratie führt". Junge Türken fühlen sich dem Islam stärker verpflichtet als ältere - obwohl sie in den meisten Fällen in Österreich aufgewachsen sind. Die türkischen Muslime in Österreich sind viel religiöser als etwa jene, die aus Bosnien gekommen sind.
Alarmsignal
Mehr als die Hälfte der Türken hat das Gefühl, dass Muslime vom österreichischen Staat benachteiligt werden. "Das ist ein Alarmsignal, weil so etwas schafft Distanz", sagt Ulram. Eine Erklärung für diesen Eindruck auf Seiten der Zuwanderer ist für ihn, dass es "zu wenige von ihnen im Verwaltungsapparat gibt. Es fehlen Ansprechpartner".
Ulram sieht nur zum Teil ein Religionsproblem. Dem Islam stark verbunden fühlen sich vor allem jene, die wenig Bildung haben - und Hausfrauen. Ulram: "Man muss bei der Bildung ansetzen und versuchen, diese Menschen mit der Mehrheitsbevölkerung zusammenzubringen." Die sei auch gefordert. "Bei den Österreichern mangelt es an der Bereitschaft, sich diesen Menschen zu nähern."
Priorität
Sieht man von diesen Ergebnissen ab, zeichnet die Studie ein durchaus positives Bild der Integration in Österreich. Die große Mehrheit der Zuwanderer (83 Prozent) fühlt sich in Österreich integriert. Mehr als drei Viertel halten es für "sehr wichtig", dass Zuwanderer verpflichtet sind, Deutsch zu lernen. Für 85 Prozent ist das wichtigste Ziel im Leben, dass die eigenen Kinder eine gute Ausbildung erhalten.
Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich in Österreich sehr sicher - noch sicherer als die Mehrheitsbevölkerung. Das ist bemerkenswert, weil Zuwanderer tendenziell eher von Kriminalität betroffen sind. Ulram erklärt sich das so: "Die Österreicher nehmen Probleme bei der Sicherheit stärker wahr. Die Toleranzschwelle ist niedriger." Was eine weitere Zuwanderung nach Österreich angeht, sind die Migranten ähnlich restriktiv wie die Mehrheitsbevölkerung. Fast zwei Drittel finden, dass nicht weitere Ausländer ins Land kommen sollten. Ein Grund dafür ist laut Ulram, dass viele Migranten fürchten, wegen der Neuen ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Fast drei Viertel aller Zuwanderer stimmen mit den Werten und Zielen der österreichischen Gesellschaft überein - unter der Mehrheitsbevölkerung sind das laut Ulram auch nicht mehr.




