Hahn für Studiengebühren
Der Wissenschaftsminister will zurück in die Vergangenheit. Im internationalen Uni-Ranking sieht er Österreich als benachteiligt.
Die schlechten Werte der Uni Wien bei den Betreuungsverhältnissen im "Times Higher Education World University Ranking" wollte er nicht überbewerten.
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Wissenschaftsminister Johannes "Gio" Hahn von der ÖVP will wieder Studiengebühren. Wiederholt kam er in der ORF-Pressestunde auf die Wiedereinführung zu sprechen und forderte von der SPÖ eine Diskussion darüber. Er wünsche sich, dass die SPÖ die Fakten anerkenne, so Hahn. Für die Medizin-Unis hofft Hahn auf eine Verlängerung der Quotenregelung. Eine Verlängerung oder Akzeptanz der Quote durch die EU "wird unabdingbar sein".
Die schlechten Werte der Uni Wien bei den Betreuungsverhältnissen im "Times Higher Education World University Ranking" wollte er nicht überbewerten, denn Österreich sei im Vergleich benachteiligt. Nachholbedarf sieht Hahn beim Uni-Studium als berufsorientierte Ausbildung. Diskutieren will er auch, ob der Fächerkanon noch zeitgemäß sei.
Immer wieder die Lehrer
Zum derzeit diskutierten Lehrer-Dienstrecht meinte Hahn, durch die Zunahme der Ganztagsangebote werde sich auch die Arbeitszeit ändern. Ganztagsangebote bedeuten, dass über den ganzen Tag Unterricht angeboten werde. Dafür werde man auch Lehrpersonal brauchen. Am Ende werde für Lehrer das gleiche wie für alle anderen herauskommen, nämlich die Arbeit am Arbeitsplatz zu verrichten. Heute sei es so, dass Lehrer nach dem Unterricht die Arbeit "hoffentlich" zu Hause fortsetzen, so Hahn.
Die Debatte um das Lehrer-Dienstrecht drehte sich zuletzt um einen Sager von SP-Bundeskanzler Werner Faymann, wonach der "Lehrerjob ein Ganztagsjob sein sollte". Gemäß ÖVP-Wording kritisierte Hahn neuerlich, dass in der Diskussion über eine erhöhte Lehrverpflichtung einzelne Aspekte gesondert diskutiert und nicht über Gesamtkonzepte gesprochen werde.
Zur Frage EU-Kommissar, in der er selbst als Kandidat genannt wurde, sowie über eine ÖVP-Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl hielt sich Hahn bedeckt: Er hofft, dass Österreich ein möglichst interessantes Ressort bekommt und der als wahrscheinlicher Herausforderer von Heinz Fischer gehandelte Niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll sei "ein hochpotenter Kandidat für dieses Amt".
Neue Ziele für Wiener ÖVP
Auch die Wien-Wahl war Thema. Der Wiener ÖVP-Chef hat das "Match" um den Bürgermeister in der Landeshauptstadt wieder verlassen, bevor dieses überhaupt begonnen hat. Da FPÖ und Grüne beim angestrebten Politikwechsel nicht mitspielen, lauten die neuen Ziele für die Wahl 2010, die "SPÖ von der absoluten Mandatsmehrheit befreien" und ÖVP-Regierungsbeteiligung, sagte Hahn.




