Letztes Update am 24.08.2012, 16:45
Gesicht oder Grimasse: Berühmte Manns-Bilder auf dem Sch(n)eideweg zwischen „verwittert & zerknittert“ und „verdammt & zugenäht“
Beschneidung – ein großes Thema dieser Tage. Aber reden wir doch lieber vom "Obenrum" als vom "Unten weg", also von den Gesichtern der männlichen Weltstars im vorgerückten Alter: Wie sehen sie denn heute aus, die Geschäftsportale der Langzeit-Leinwand-Lieblinge und der internationalen Illustrierten-Ikonen? Verwittert und zerknittert, so wie Abermillionen namenloser Leidensgenossen, oder verdammt und zugenäht, so wie halt Hollywoods Herrenschneider Hand anlegten? Reden wir von den renommiertesten oder von den renoviertesten Darstellern ewiger Fitness und Frische? Teils, teils ... Teile etwa von Mickey Rourke werden demnächst (16. September) 60 – ein Tag, dem er selbst am gespanntesten entgegenblickt: "Ich weiß", gestand er, nach mindestens 9½ Wochen unter den merkwürdigsten Messern (seit seinem Welterfolg mit Kim Basinger, 1986), "ich habe den falschen Typen als Arzt ausgesucht – er hat eine einzige Schweinerei in meinem Gesicht hinterlassen." Ein Gebrauchtwagenhändler bekäme – bei vergleichbaren Eingriffen – lebenslang. Sylvester Stallone (66) war offenbar nicht minder sorglos in der Wahl des Cutters. Unter Rockys Nackenhaar wähnt man Schrauben zum Nachziehen. Was kein Ringgegner zuwege brachte, gelang dem (un-)ästhetischen Chirurgen. Es schüttelt einen stilgerecht: Der Boxer aus der Meisterklasse gleicht heute einer Kleistermasse.
Mamma mia!
Dass sich auch "Slys" Mutter Jackie Stallone jüngst mit 90 einem flächendeckenden 100.000er-Service unterzog, wofür sie sich zwei quergelegte pralle Hot Dogs vom (und für den) Mund absparte, hat gewiss Unterhaltungswert. Aber der lebenslange "Missbrauch", den der Sohn seinem Organismus zumutete, lässt ihn jetzt schon als Klappergreis bilanzieren: "Klebstoff ist das Einzige, das meinen Körper noch zusammenhält." Sport ist Mord und "Ana Bolika" eine gefährliche Lebensabschnittspartnerin Den nahezu exakten Gegenentwurf zu "Chi-Rourke" und dem Rest der ruchlos "Rambo-nierten" findet man dafür mannigfaltig in der "Liga der außergewöhnlichen Großväter". Clint Eastwood (82), Sean Connery (82), Robert Redford (76), Jack Nicholson (75) und Harvey Keitel (73) zeigen zerklüftete Gesichts-Landschaften wie Satellitenaufnahmen von Manhattan – jedes Close Up scheint von Google Earth geknipst, jedes Antlitz wie ein tiefgründiger Erzählband. Redfords "Clou", 40 Jahre nach seinem Kino-Hit: "Ich bin sicher der schönste Opa der Welt. Ist doch was, oder ?" Connery eiferte bereits als Senioren-Bond (zuletzt 1983) Hitchcock und Picasso nach: "Ich wollte immer alt werden – mit einem guten Gesicht."
Junge Männer, junge Mädchen
Auch Eastwood strebte niemals "Für eine Handvoll Dollar" (1964) in den "OP-Corral": "Was ist das für eine Gesellschaft, in der man sein ganzes Leben wie ein 18-jähriges Model auftreten muss?" Schon Vorreiter John Wayne (1979) beklagte: "Junge Männer sehen heute aus wie junge Mädchen, die wie junge Männer aussehen." Während Mode-Zar Valentino (80), quasi per Face-Lift, 2008 "die Party verließ, solange sie noch voll" war, kämpft Kollege Joop (67) erfolglos mit den (Bügel)falten der Herbstmode des Lebens: "Jeder hat Angst vor Hinfälligkeit." Das lässt Jack Nicholson (75) kalt: "Viagra? – Nehme ich nur bei mehr als zwei Frauen." Na: "Besser geht’s nicht" (1997)!
Kampf gegen die Schwerkraft: Tränensäcke, Doppelkinn, Männerbusen
- Foto: Kurier
"Die beste Operation? Ist die, die man nicht sieht." In den österreichischen Kliniken kosmetischer Chirurgie schwört man auf den "sanften Relaunch des humanen Layouts" – massive Materialermüdung möge im Skalpellumdrehen zu unwiderstehlicher Urlaubserholung mutieren: Jeder will deutliche Zeichen des Erfolgs, nur keiner darf es merken ...
Artgerechtes männliches Verhalten in "Schneideräumen" (den OPs) gleiche dabei jenem beim Einkaufen, so Eva Wegrostek (48): "Es muss schnell gehen – und es darf nicht weh tun." Die gelernte Schmerztherapeutin, die der Schwerkraft noninvasiv zu Leibe rückt – ohne Messer –, päppelt die porösen Partien ihrer Patienten mit Hyaluronsäurespritzen auf: "Spätestens ab 30 fällt uns das G’sicht runter ..."
Tränensäcke, Stirnrunzel, Hängebacken und Doppelkinn sind die Spitzenreiter auf der nach oben offenen "Herrichter" -Skala. Korrektive Kapazunder wie Artur Worseg (53), Hajnal Kip-rov (66) oder Veith Moser (38) bringen bereits 25 Prozent Herren zur Entfaltung. Botox rein, Fett raus – "und die Männer sind Bekenner", so Moser, "keiner schleicht sich mehr inkognito rein". Das letzte Tabu? Worseg: "Männerbusen durch Übergewicht und Hormon-Nahrung. Da geniert man sich."
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